Swiss First Class Airbus A330 Welcome Drink
21. August 2022 Sebastian 19 First Class Review, Highlights

Review: Swiss First Class Airbus A330-300 Zürich nach Montreal

Bei meinem Flug von Zürich nach Montreal passierte etwas, womit ich in der aktuellen Situattion niemals gerechnet hätte: Ich erhielt ein kostenloses Upgrade von der Swiss Business in die Swiss First Class Airbus A330-300. Damit konnten wir unsere Serie an Swiss First Class Reviews, die bisher aus Reviews der Swiss First Class in der Boeing 777 und Airbus A340 bestand, komplettieren,

Swiss First Class Airbus A330-300 – Die wichtigsten Daten

  • Airline: Swiss
  • Flugzeugtyp: Airbus A330-300
  • Flugnummer: LX86
  • Flugzeit: 07:55 Stunden
  • Tag/Nacht: Tagflug
  • Reiseklasse: First Class
  • Kabinen-Konfiguration: 1 – 2 – 1
  • Kabinen-Größe: 8 Sitze in 2 Reihen
  • Sitzbreite: 22 Zoll / 56 cm
  • Pitch/Sitzabstand: 83 Zoll / 211 cm
  • Bettlänge: 80 Zoll / 203 cm

Swiss First Class Airbus A330 Free Upgrade 3

Swiss First Class Airbus A330-300 – Boarding/Kabine

Dass ich First statt Business fliegen sollte, erfuhr ich zum spätmöglichsten Zeitpunkt. Beim Scannen meines Tickets am Gate kam überraschenderweise ein weißer Zettel mit neuer Sitzzuordnung aus dem Drucker. Ich musste zweimal auf den Zettel gucken, um zu realisieren, dass meiner neuer Sitz 2K in der First Class sein sollte. Damit hatte ich unter keinen Umständen gerechnet, aber anscheinend war die Economy Class so überbucht, dass viele Leute von der Economy auf die Business und von der Business auf die First Class geupgraded wurden. Denn wie man den Gesprächen vor dem Start in der First Class Kabine entnehmen konnte, wurden mindestens 4 oder 5 Passagiere in die First Class hochgestuft.

Da ich erst beim Boarding erfahren habe, dass ich in der First Class sitzen sollte, hatte ich leider keine Möglichkeit die Swiss First Class Lounge im Terminal E zu besuchen, aber die Swiss Senator Lounge Zürich E samt Whisky Club 28/10 ist auch nicht die schlechteste.

Swiss First Class A330 300 Seatmap Seatguru
Swiss First Class A300-300 Seat Map ©Seatguru

Am Gate in Zürich wurden, wie so häufig in letzter Zeit, die benötigten Dokumente für die Einreise nach Kanada überprüft. Es bildeten sich zwei Schlangen, eine für Economy und eine für Business- und First Class Passagiere. Es ist auch immer ein Kampf sich durch die engen Wege zu drängen, wenn mehrere Flüge gleichzeitig starten und sich an allen Gates extrem lange Schlangen bilden. Die Dame bei der Kontrolle war unfreundlich wie immer, weil ich nicht alle Dokumente bereitgehalten habe und somit den Prozess ein wenig verzögerte. Nur leider hat mir auch niemand gesagt, geschweige denn war ausgehangen, welche Dokumente man aktuell noch vorzeigen muss beim Boarding. Nachdem ich die Überprüfung hinter mich gebracht hatte, gab es wie bereits oben geschrieben die positive Überraschung über das Upgrade in die First Class. Das Boarding erfolgte für alle Passagiere der Economy-, Business- und First Class über Tür 2L. An Bord wurde mein Sitzplatz kurz überprüft und so ging es über den hinteren Gang durch das “Stübli”, wo ich hätte ursprünglich sitzen sollen, an meinen Platz 2K.

Die Aufteilung der Sitzreihen ist im A330 identisch mit denen in der Boeing 777 (Review: Swiss First Class Boeing 777-300ER Zürich – Los Angeles) und dem Airbus A340 (Review: Swiss First Class Airbus A340-300 Zürich – Shanghai). Alle Kabinen haben eine 1 – 2 – 1 Konfiguration in zwei Reihen. Ebenfalls sind keine Overhead-Bins in der Mitte verbaut, was die Kabine direkt größer wirken lässt. In der First Class des A330 steht den acht Gästen lediglich eine Toilette zur Verfügung und diese ist relativ eng. Amenities lagen auf der Toilette nicht aus.

Swiss First Class Airbus A330-300 – Sitz/Bett

Im Vergleich zur First Class in der Boeing 777 oder im Airbus A340 handelt es sich im A330 noch um den alten First Class Sitz der Swiss. Richtig gelesen, in diesem Fall spreche ich von einem Sitz. Als Suite lässt sich der Sitz nicht definieren, da dieser anders als in den anderen beiden Flugzeugtypen, nicht komplett geschlossen werden kann. Letztes Jahr im Dezember konnte ich mir selbst ein Bild von der First Class in der Boeing 777 machen und fand die Suite sehr elegant designed. Besonders gut haben mir die weiß/grauen Farbtöne, kombiniert mit dem Holzakzenten gefallen, die eine gewisse Wohlfühlatmosphäre schafften. In der Kabine des A330 fehlen mir dagegen ein bisschen die unterschiedlichen Farbakzente. Der Sitz hat überwiegend die Holzakzente in Kirschbaum verbaut, sowohl als Armlehne, Sichtschutz oder Wand an dem der TV Monitor befestigt ist. Mit den dunklen Stoffen am Sitz wirkte die Kabine somit deutlich dunkler als die in der Boeing 777.

Die Funktionen des Sitzes sind fast identisch mit denen der anderen beiden Flugzeugtypen. Lediglich mit den zwei Kleiderbügeln wusste ich nicht wirklich etwas anzufangen. Diese lagen auf der Fußablage, aber man könnte sie nirgendwo aufhängen. Hier wäre es vielleicht besser, wenn das Kabinenpersonal jeden Passagier individuell fragt, ob etwas aufgehangen werden soll. So lagen die beiden Kleiderbügel die ganze Zeit herum und warteten darauf benutzt oder weggeräumt zu werden.

Der Stauraum ist beim First Class Sitz im A330 sehr dürftig. Eine Tasche oder Rucksack würde Platz unter der Fußablage finden, aber ein Tablet oder Notebook lässt sich nirgendwo am Sitz verstauen. Seitlich der Holzlehne befinden sich kleine Staufächer für das Smartphone oder ein Buch. Ausgestattet sind beide mit einem Stromanschluss, sowie das hintere Staufach mit einem USB-Anschluss. Dazwischen befindet sich der große Tisch des Sitzes. Dieser ist so groß, dass man die Möglichkeit hat mit einer weiteren Person, die am Fußende Platz nehmen kann, gemeinsam das Essen zu sich zu nehmen. Ich frage mich, ob jemand davon Gebrauch macht und nicht lieber in seinem komfortablen großen Sitz das Essen zu sich nimmt. Dieser lässt sich über zwei Buttons noch minimal nach oben, bzw. nach vorne verstellen.

Seitlich des Sitzes lässt sich während des Fluges einer kleiner Sichtschutz herausfahren, welcher ein bisschen Privatsphäre bietet. Der Monitor ist auch schon ein wenig in die Jahre gekommen, was sich gerade beim Fluginformationssystem und verpixelten Schriften bemerkt macht. Die Fernbedienung ist dementsprechend auch veraltet und bietet keinen kleinen extra Monitor wie im A340 und der Boeing 777. Die exakte Sitzposition lässt sich über ein kleines Touchpad oder über die eingebauten Knöpfe in der Armlehne einstellen. Die Lampe am Kopfende rundet das Design des Sitzes ab.

Anders als in der 777 lassen sich die drei Fenster lediglich manuell und einzeln verschließen, wohingegen in der 777 alle drei gleichzeitig und automatisch geschlossen werden können.

Swiss First Class Airbus A330-300 – Entertainment/WiFi/Amenity Kit

Zu den oben aufgeführten Themen, Entertainment, WiFi und Amenity Kit empfehle ich euch ein Blick in den Review von Benedikt in der Swiss First Class im A340 (Review: Swiss First Class Airbus A340-300), denn abgesehen von der Airshow in 3D, die im A330 nicht zur Verfügung steht, hat sich beim Amenity Kit, der Entertainment System plus Kopfhörer und dem WiFi Angebot nichts geändert. Wie üblich bekommt man lediglich die 50MB für kostenloses WiFi, welches ausreicht, um mit Freunden oder Kollegen via WhatsApp oder E-Mail zu kommunizieren, aber mehr auch nicht. Warum man hier noch kein komplettes free WiFi Paket für First Class Passagiere anbietet, verstehe ich nicht. Die Preise, die man hier verlangt, sind unverschämt, wie die folgenden Screenshots zeigen.

Die Kopfhörer sind ebenfalls nicht First Class würdig. Warum man in der Lufthansa Group nicht einheitlich Bose Kopfhörer an die Passagiere aushändigt, ist für mich nicht verständlich. Denn die Kopfhörer der Swiss schmerzen ein wenig nach längerer Zeit – zumindest bei mir.

Swiss First Class Airbus A330-300 – Service/Essen

Kurz nachdem ich an meinem Platz angekommen war und noch bevor ich meine Sachen verstaut hatte, kam auch schon eine der Stewardessen und fragte nach meinem Getränkewunsch. Natürlich – wie sollte es anders sein – wählte ich ein Glas Champagner. Serviert wurde ein Grand Siècle von Laurent-Perrier. Nachdem ich meine Tasche verstaut hatte, kam die Stewardess bereits mit meinem Champagner und stellte sich noch kurz persönlich mit Namen vor. Insgesamt sollten uns zwei Stewardessen in der First Class über den gesamten Flug bedienen. Mit dem Champagner wurden warme Macadamia- und Cashew-Nüsse serviert. Außerdem gab es wieder ein heißes Tuch, was auf unserem letzten Swiss First Class Flug im Dezember noch nicht der Fall war.

Zeitschriften und Zeitungen wurde den Passagieren ebenfalls wieder in Papierform angeboten. An meinem Platz stand bereits das Amenity Kit, die Slipper und eine Flasche stilles Wasser. Die Stewardess erkundigte sich, ob dieses recht sei, oder ich gerne ein Wasser mit Kohlensäure hätte. Ich bat sie höflich das stille Wasser gegen eines mit Kohlensäure auszutauschen. Kurz darauf kam eine weitere Stewardess, stellte sich ebenfalls persönlich vor und fragte, ob ich einen Pyjama für den Flug möchte und in welcher Größe. Ich bejahte ihre Nachfrage nach dem Pyjama von Zimmerli, welcher äußerst bequem ist. Im Anschluss brachte mir die Stewardess die Menükarten und schenkte mir noch einmal nach, da wir Aufgrund von Anschlusspassagieren, auf die wir warten mussten, noch ein wenig Zeit bis zum Takeoff hatten.

Der Kapitän machte ebenfalls noch einen Rundgang durch die First Class Kabine und stellte sich bei jedem Gast persönlich vor. Mit 40 Minuten Verspätung ging es dann auf unseren knapp achtstündigen Flug von Zürich über den Atlantik nach Montreal. Der Maître de Cabine stellte sich nach dem Start ebenfalls bei jedem Gast persönlich vor.

Fünf Minuten nachdem die Anschnallzeichen erloschen waren begann die Crew mit dem Aufdecken des Tisches. Neben Salz und Pfeffer gab es noch eine kleine Schale Olivenöl, eine Schale mit Butter und einen Brotkorb. Das Brot hatte die perfekte Temperatur und die Butter zerfloss auf dem Brot. Als Gruß aus der Küche wurde ein weißes Tomatenmousse mit grünem Salat serviert. Was ich auf meinem Flug im Dezember verpasst habe, sollte ich auf diesem nachholen und bestellte den Balik Lachs als Vorspeise. Meine Freundin schwärmt noch heute von dem Balik Lachs den sie auf dem Flug im Dezember hatte und sie hatte Recht. Der Balik Lachs war wirklich tiptop und zerlief quasi auf der Zunge. Da ich in der Lounge kaum etwas gegessen hatte, bestellte ich zusätzlich noch den Spargelsalat. Für die Hauptspeise wählte ich das Kalbsfilet, welches auch sehr zart und gut durch war. Zum Nachtisch entschied ich mich für das Schokoladencrémeux. Das Schokoladencrémeux war gut, hat mich aber nicht vollends überzeugt wie die Gerichte zuvor. Als Weinbegleitung zum Essen hatte ich den Chateau Pontet-Canet gewählt, welcher mich geschmacklich vollkommen überzeugen konnte. Nachdem mein Tisch abgeräumt war, gab es noch einen Kaffee und dazu eine Auswahl an Pralinen.

Als ich mit dem Essen fertig war bat ich die Stewardess meinen Sitz in ein Bett umzuwandeln. Ich ging kurz auf die Toilette um mir den Pyjama überziehen und bei meiner Rückkehr war das Bett auch schon gemacht. Das Bett ist sehr komfortabel und bei meiner Größe von 188cm bietet es genügend Liegefläche. Weil es ein Tagflug war habe ich nicht wirklich geschlafen, sondern nur ein wenig gedöst und Serie geschaut. Die Stewardessen machten auch eine Pause und wenn ich noch etwas zu trinken bestellen wollte, dann habe ich das über den Service Button gemacht. Zwei Stunden vor Ankunft wurde noch ein weiteres Menü für leichte Snacks ausgehändigt. Ich bestellte mir einen Hotdog als kleinen Snack mit der Wiedikerli Wurst, deren Namen ich zuvor auch noch nie gehört hatte.

Nach dem kleinen Snack würde die Kabine langsam für die Landung vorbereitet. Der Maître de Cabine kam noch einmal vorbei und fragte mich nach einem kurzen Feedback.

Swiss First Class Airbus A330-300 – Fazit

Wie lautete also mein Fazit des achtstündigen Fluges nach Montreal? Erstmal war ich begeistert überhaupt ein Upgrade in die First Class bekommen zu haben und hatte somit auch keinerlei Erwartungen an diesen Flug. Insgesamt hat mir der Flug sehr gut gefallen. Das Essen hat mich komplett überzeugt und der Service war ebenfalls sehr gut. Die Swiss hat mich auf meinen zwei Flügen in der First Class bisher nicht enttäuscht. Dennoch würde ich sagen, dass mir als Vollzahler der Aufpreis von der Business- zur First Class nicht wert wäre. Dafür versprüht die Swiss First Class A330 nicht dieses besondere First Class Feeling und kann mit den First Class Flagship Produkten von Singapore Airlines, Emirates, Air France oder ANA meiner Meinung nach nicht mithalten. Die Suiten aus dem Swiss A340 und der B777 würde ich nochmal eine Klasse besser einstufen. Deshalb bekommt dieses Produkt von mir auch nur 3,5 Sterne. Das Softprodukt würde ich mit einem sehr gut bewerten und das Hardprodukt lediglich mit ausreichend.

Wie sind eure Erfahrungen in der Swiss First Class? Schreibt es in die Kommentare.

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