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01. Januar 2018 Mark 0 Anfänger Tutorial

Wie funktionieren Vielfliegerprogramme und Meilen?

Die Grundidee von Vielfliegerprogrammen dürfte sehr bekannt sein: Wer fliegt, sammelt Meilen, welche dann später für Flüge eingelöst werden können. Aber wie funktionieren Vielfliegerprogramme im Detail? Das wissen die wenigsten und die Mehrheit aller Meilensammler unterschätzt das Potenzial, das von Meilen ausgeht. Worin liegt als das Geheimnis von Miles & More und Co.? In diesem ersten Artikel unseres Anfängertutorials erfahrt ihr wie Vielfliegerprogramme und Meilen grundsätzlich funktionieren…

Wie funktionieren Vielfliegerprogramme? – Die Grundidee

Die Grundidee von Vielfliegerprogrammen zum Zeitpunkt ihrer Einführung hätte einfacher nicht sein können. Jede geflogene Meile führt zu einer Meile auf dem Vielfliegerkonto. Wer genügend Meilen gesammelt hat, kann diese für Freiflüge einlösen. Profitieren können davon sowohl der Vielflieger als auch die Airline. Ersterer wird für die Treue zu einer Airline in Form von „Freiflügen“ belohnt. Im besten Fall fallen für die Airline dabei nicht einmal signifikante Mehrkosten an, da Teilnehmer des Vielfliegerprogramms einfach die Sitzplätze im Flieger erhalten, die ohnehin frei geblieben wären. Eine Win-Win-Situation für beide Parteien. Nicht umsonst führte kurz nach dem Start des ersten Vielfliegerprogramms innerhalb von kurzer Zeit fast jede Airline ihr eigenes Vielfliegerprogramm ein.

Auch wenn sich Vielfliegerprogramme mittlerweile stark weiterentwickelt haben bleibt die Grundidee größtenteils bestehen. Weiterhin entscheidet meist die Flugdistanz (gemessen in Meilen) über die Anzahl an Meilen, die mit einem Flug gesammelt werden. Doch gibt es große Unterschiede zwischen Passagieren in der Economy, Business und First Class. Letztere haben in der Regel natürlich deutlich mehr für ihr Ticket bezahlt und erhalten im Gegenzug eine höhere Meilengutschrift. In der Praxis erreicht man dies, indem die Meilengutschrift aus der Flugentfernung und einem Multiplikator von 0% bis 300% errechnet wird. Dieser Multiplikator ist an die Buchungsklasse und damit die Reiseklasse geknüpft. Als Daumenregel lässt sich sagen, dass Economy Passagiere 0% – 100%, Business Class Passagiere 100% – 200% und First Class Passagiere 200% bis 300% der Entfernungsmeilen erhalten. Je nach Vielfliegerprogramm gibt es Ausreißer nach oben und unten.

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Passagiere in der First Class sammeln mehr Meilen als alle anderen

Am niedrigsten ist die Meilengutschrift bei den meisten Programmen für Economy Flüge, welche zu einem Angebotspreis gebucht wurden. So gibt es für günstige Economy Flüge bei vielen Programmen zum Beispiel nur 25% der Entfernungsmeilen. Auf einem Flug von Frankfurt nach New York und zurück entspräche das beispielsweise bei einer Entfernung von 3.856 Meilen je Richtung einer Meilengutschrift von 1.928 Meilen. Ein First Class Passagier auf dem gleichen Flug könnte dagegen 300% der Entfernungsmeilen erhalten und damit die 12-fache Anzahl (23.136 Meilen) sammeln. Wie hoch der Multiplikator tatsächlich ausfällt hängt vom Vielfliegerprogramm und der gebuchten Airline ab.

Einige Airlines und Vielfliegerprogramme haben diesen Gedanken in den letzten Jahren noch etwas weitergedacht und vergeben Meilen einfach auf Basis des Ticketpreises. Damit ist sichergestellt, dass Passagiere, die mehr für ihr Ticket bezahlt haben, auch mehr Meilen sammeln. Begonnen haben diesen Trend vor einigen Jahren die amerikanischen Airlines, mittlerweile haben aber auch einige europäische Airlines, wie Lufthansa und Air France, nachgezogen und vergeben unter bestimmten Voraussetzungen Meilen basierend auf dem Ticketpreis.

Ist ein Vielfliegerprogramm frei wählbar?

Es gibt wenige Airlines, die über kein eigenes Vielfliegerprogramm verfügen. Wie das eigentliche Produkt an Bord des Flugzeugs sind Vielfliegerprogramme mittlerweile für die Airline eine Möglichkeit sich von der Konkurrenz abzugrenzen. Was von Anfängern jedoch gerne übersehen wird ist, dass man als Vielflieger einer bestimmten Airline nicht zwangsläufig an das Vielfliegerprogramm dieser Airline gebunden ist. Wer beispielsweise häufig mit Lufthansa fliegt, muss nicht unbedingt bei Miles & More Meilen sammeln. Die große Mehrheit aller Airlines weltweit organisiert sich in Allianzen, was dazu führt, dass auch die Vielfliegerprogramme der Airlines innerhalb einer Allianz untereinander verknüpft sind. So können Miles & More Teilnehmer beispielsweise bei allen Star Alliance Airlines Meilen sammeln und einlösen. Dazu gehören neben Lufthansa zum Beispiel United, Thai Airways, Singapore Airlines oder auch All Nippon Airways. Im Gegenzug bedeutet dies auch, dass Lufthansa Vielflieger ihre Meilen bei allen anderen Star Alliance Vielfliegerprogrammen gutschreiben lassen können. Es ist also beispielsweise möglich Lufthansa zu fliegen und die Meilen für diese Flüge im Vielfliegerprogramm von United, MileagePlus, gutschreiben zu lassen. Ebenso wirkt sich ein Status in einem Vielfliegerprogramm auf Flüge mit allen Airlines innerhalb der Allianz aus. Statusinhaber im United MileagePlus Programm erhalten daher zum Beispiel auch Zugang zu den Lufthansa Lounges in Deutschland.

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Da in jedem Programm andere Regeln gelten und die Meilengutschrift unterschiedlich hoch ausfallen kann, haben Vielflieger bei der Wahl des Vielfliegerprogramms besonders viel Optimierungspotenzial. So ist es beispielsweise recht schwer einen Vielfliegerstatus bei Miles & More zu erfliegen. Star Alliance Programme wie Aegean Miles+Bonus, SAS EuroBonus oder Asiana Club machen es da deutlich einfacher.

Wie funktionieren Vielfliegerprogramme? – Meilen sammeln nur in der Luft?

Die Bezeichnung Vielfliegerprogramm sollte man nicht allzu genau nehmen. Flüge sind längst nicht mehr die einzige Möglichkeit Meilen zu sammeln. Unternehmen, deren Produkt Vielflieger bzw. Vielreisende als Zielgruppe hat, kooperieren mit Vielfliegerprogrammen, um ihren Kunden ebenfalls Meilen gutschreiben zu können. So kommt es, dass Hotelketten, Mietwagenunternehmen, Banken und viele weitere Unternehmen Vielfliegerprogrammen Meilen abkaufen und dann wiederum ihren eigenen Kunden für Hotelübernachtungen, Mietwagenbuchungen oder Kreditkartenumsätze gutschreiben.

Vielfliegerprogramme haben sich damit zu einem eigenen und hochprofitablen Geschäft für die Airlines entwickelt. So werden bei Miles & More mittlerweile nur noch ca. 2 Drittel aller Meilen in der Luft gesammelt. Die restlichen Meilen sammeln Teilnehmer mit Hotels, Mietwagen, Kreditkarten, Girokonten, Zeitschriftenabos, oder aber auch Onlineeinkäufen, Internet- und Handyverträgen. In fast jedem Bereich des Alltags können Meilen gesammelt werden. In vielen Fällen ist die Gutschrift für Aktionen am Boden sogar deutlich attraktiver als für Flüge. So gibt es für den Abschluss der Miles & More Kreditkarte immer mal wieder 20.000 Miles & More Meilen als Willkommensbonus. Das entspricht dem 160-fachen der 125 Meilen Gutschrift, die man auf innerdeutschen Lufthansa Flügen in der niedrigsten Buchungsklasse erhält! Für Zeitschriftenabos gibt sogar regelmäßig bis zu 60.000 Meilen. Ein Jahresabonnement der WELT oder FAZ bringt somit mitunter deutlich mehr Meilen als mehrere First Class Flüge ein. Damit sollte klar sein, dass Vielfliegerprogramme sich längst nicht mehr nur an Vielflieger richten.

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Kreditkarten sind ein beliebtes Instrument zum Meilen sammeln

Wie funktionieren Vielfliegerprogramme? – Meilen einlösen für Freiflug oder Sachprämie?

Airlines als Betreiber eines Vielfliegerprogrammes haben die alleinige Verfügungsgewalt über ihre Meilen und können diese wie eine Zentralbank quasi in beliebiger Anzahl „drucken“ und an Partnerunternehmen verkaufen. Früher oder später wollen natürlich alle diese Meilen eingelöst werden. Um mit der großen Anzahl an herausgegebenen Meilen Schritt zu halten, wurden im Gegenzug auch die Einlösemöglichkeiten ausgebaut. Meilen können daher mittlerweile nicht mehr nur für Flüge und Upgrades eingelöst werden. Auch jede Menge Sachprämien stehen zur Auswahl. Die meisten Vielfliegerprogramme bieten zu diesem Zweck einen Onlineshop an, in welchem die verschiedensten Artikel, wie zum Beispiel Koffer oder Haushaltsgegenstände, mit Meilen gekauft werden können. Einige Vielfliegerprogramme sind hier durchaus kreativ. So hatte Miles & More schon einen Whirlpool für 2.698.000 Meilen im Angebot.

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© Miles & More

Wer sich ein wenig mit Vielfliegerprogrammen auseinandersetzt, wird feststellen, dass solche Sachartikel meist nur einen geringen Gegenwert für die eingelösten Meilen bieten. Dies macht Sinn, schließlich muss die Airline Sachartikel selbst zuvor einkaufen, während Flugtickets im Idealfall mehr oder weniger kostenlos zur Verfügung gestellt werden können. Erfahrene Meilensammler lösen ihre Meilen aus diesem Grund in erster Linie für Business und First Class Flüge ein.

Wie funktionieren Vielfliegerprogramme? Viele Definitionen von “Meile”

Auch wenn das Grundprinzip und Geschäftsmodell von Vielfliegerprogrammen recht schnell verstanden ist, führt der Begriff “Meile” selbst häufig zu Verwirrungen. Denn auch wenn umgangssprachlich meist einfach nur von „Meilen“ gesprochen wird, können verschiedene Dinge gemeint sein. Die wichtigste Unterscheidung muss zwischen Prämien- und Statusmeilen gemacht werden. Prämienmeilen sind die “Währung” mit denen Prämienflüge, Upgrades und Sachartikel bezahlt werden können. Statusmeilen sind getrennt davon zu sehen und legen den Vielfliegerstatus bei einer Airline bzw. deren Vielfliegerprogramm fest. Der Status ermöglicht dann wiederum verschiedene Privilegien wie Loungezugang am Flughafen, zusätzliches Freigepäck oder Priority Check-In.

In der Regel sammeln Teilnehmer mit jedem Flug sowohl Status- als auch Prämienmeilen gleichzeitig. Die Berechnungsmethode für die Vergabe der beiden Meilenarten kann, muss sich aber nicht unterscheiden. So vergibt Miles & More Statusmeilen auf Basis der geflogenen Distanz, Prämienmeilen dagegen nach Möglichkeit auf Basis des Ticketpreises.

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Statusmeilen sammeln man nur in der Luft

Während man Statusmeilen bis auf wenige Ausnahmen nur “in der Luft”, d.h. mit einem Flug, sammeln kann, können Prämienmeilen auch bei zahlreichen Partnern am Boden gesammelt werden.

Funktion von Vielfliegerprogrammen und Meilen – Fazit

Wie funktionieren Vielfliegerprogramme nun? Die wenigsten Vielfliegerprogramme richten sich noch ausschließlich an Vielflieger. Dank zahlreicher Kooperationspartner am Boden können Meilen ebenso mit Hotelübernachtungen Mietwagenbuchungen, Kreditkarten, Zeitschriften und vielen anderen Aktionen und Angeboten zu sammeln. Ein Programm, wie Miles & More, ist damit klassischen Treueprogrammen, wie beispielsweise Payback, ähnlicher als gedacht. Es ist diese enorme Verzweigung in alle Alltagsbereiche, die dazu führt, dass wirklich jeder genug Meilen für Flüge in der Business und First Class sammeln kann – egal ob Vielflieger oder nicht.


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