Review: ANA Business Class Boeing 777-300 Frankfurt nach Tokio Haneda

Wie kommt man passender zur Kirschblütenzeit von Deutschland nach Japan als mit All Nippon Airways? Glücklicherweise gab es bei meiner recht spontanen Buchung noch Verfügbarkeiten für die Buchung mit Meilen, sodass ich in der ANA Business Class an Bord der Boeing 777-300 von Frankfurt nach Tokio fliegen konnte…

ana business class boeing 777 300 ankunftsgate
Ankunft Flughafen Tokio-Haneda

ANA Business Class Boeing 777-300 – Die wichtigsten Daten

  • Airline: All Nippon Airways
  • Flugzeugtyp: Boeing 777-300
  • Flugnummer: NH204
  • Reiseklasse: Business Class
  • Kabinen-Konfiguration: 1 – 2 – 1
  • Kabinen-Größe: 68 Sitze in 17 Reihen
  • Sitzbreite: 21 Zoll / 53 cm
  • Sitzabstand: 62 Zoll / 157 cm
  • Recline: 180 Grad

ANA Business Class Boeing 777-300 – Buchung & Boarding

Da ANA zur Star Alliance gehört, lassen sich Flüge mit der Airline natürlich unter Anderem über Miles & More buchen. Für einen Oneway-Flug von Deutschland nach Japan in der Business Class werden 67.000 Meilen fällig. Hinzu kamen 153 Euro Steuern und Gebühren. Das ist deutlich weniger als bei einem vergleichbaren Flug mit Lufthansa, denn ANA erhebt niedrigere Treibstoffzuschläge. Auf dieser Strecke betragen diese 68 Euro, die restlichen Zuzahlungen sind auf echte Steuern und Gebühren zurückzuführen. Wie ihr die erforderlichen 67.000 Miles & More Meilen schnell sammeln könnt, erfahrt ihr in 19 Arten auf die man Miles & More Meilen sammeln kann.

ANA Prämienflugbuchung über Miles & More
ANA Prämienflugbuchung über Miles & More

Der Abflug in Frankfurt erfolgte von Gate B48 in Terminal 1. Dort befinden sich in unmittelbarer Nähe die sehr gute Air Canada Maple Leaf Lounge und die ebenfalls gute Lufthansa Senator Lounge Frankfurt B42. Da ich zeitnah zum Boarding am Flughafen angekommen bin, blieb lediglich Zeit für einen kurzen Stop in der Lufthansa Lounge. Am Gate angekommen hatten sich bereits lange Schlangen für die unterschiedlichen Kabinenklassen gebildet, unterteilt nach First Class & Diamond Statusinhaber, Business Class, Premium Economy und Economy Class. Das Boarding begann mit ca. 20 Minuten Verspätung. First Class Gäste bestiegen das Flugzeug über die erste Tür und alle anderen Gäste über die zweite Tür.

ana business class boeing 777 300 flug nh204
Flug NH204

ANA Business Class Boeing 777-300 – Die Kabine

Vom Typ Boeing 777-300 gibt es unterschiedliche Varianten, was die Anzahl der Business Class Sitze an Bord betrifft. Auf meinem Flug, der gegen Mittag in Frankfurt startete und gegen 6:30 Uhr in Tokio landete, waren relativ viele Business Class Sitze verbaut, ganze 68, unterteilt in 3 Kabinenabschnitte.

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ANA Boeing 777-300 Seatmap Version 2 © Seat Guru

Mit 11 Reihen und 44 Sitzen wirkte der zweite Abschnitt der Business Class Kabine der Boeing 777-300 sehr groß. Da ich relativ spät am Gate ankam, war ich einer der letzten der die Business Class betreten hatte. Somit verzichtete ich auf Fotos, da zu viele Passagiere bereits in der Kabine waren und ihr Handgepäck verstauten.

ANA Business Class Boeing 777-300 – Sitz/Bett

In der ANA Business Class Boeing 777-300 ist ein Safran Seats (ehemals Zodiac) Skylounge Core Sitz verbaut. Diesen findet ihr auch in den Dreamlinern 787-8, 787-9, 787-10 und im neuen A380. Im Gegensatz zur First Class, die im neuen A380 ein wenig modernisiert wurde, verzichtete man bei dem Business Class Sitz auf gravierende Änderungen. Was aber kein Nachteil sein muss, denn ich finde den Sitz, so wie er ist, relativ bequem. Die Sitze sind gerade ausgerichtet, was ich persönlich immer bevorzuge. So sitzt es sich wesentlich bequemer als in den Herringbone Seats, die vorne im Fußbereich oftmals etwas enger sind. Die Sitze sind in einer 1 – 2 – 1 Konfiguration verbaut und in jeder Reihe unterschiedlich ausgerichtet. Je nach Reihe sind die Einzelplätze direkt am Fenster und die Ablage zwischen Sitz und Gang oder aber zwischen Fenster und Sitz. Da ich während eines Fluges bei klarer Sicht gerne mal aus dem Fenster schaue, fiel meine Wahl natürlich auf einen der echten Fensterplätze. Durch diese Anordnung genießt man zusätzlich auch noch ein hohes Maß an Privatsphäre und sieht von den anderen Passagieren relativ wenig.

Wie ihr auf den Bildern erkennen könnt, lagen zum Zeitpunkt des Einsteigens bereits eine Decke, Slipper, Amenity Kit, Kissen und Kopfhörer auf dem Platz. Ich räumte alles beiseite und machte es mir in meinem Sitz für die nächsten 11 Stunden bequem. Bei genauerer Betrachtung fiel auf, dass die ANA Business Class in der Boeing 777-300 schön etwas älter ist. Die Flugzeuge haben ein Durchschnittsalter von 12 Jahren. An der einen oder anderen Stelle war die Abnutzung schon zu erkennen.

Zudem sind Staufächer bei diesem Business Class Sitz leider Mangelware. Lediglich unter dem Ottoman kann man etwas verstauen, oder in dem kleinen „Briefkasten“ am Ablagetisch. Für größere Dinge, wie zum Beispiel ein Ipad, wurden diese damals aber noch nicht konstruiert. Allerdings lässt sich das Smartphone optimal unter dem Briefkasten ablegen. Alles was man auf dem Tisch liegen lässt macht bei Start und Landung sofort einen Abflug. Während des Fluges ist dieser aber optimal für Notebook, Getränke zu nutzen.

Über der Armlehne auf der Ablageseite befindet sich der Controller für den Monitor und die Knöpfe zur Einstellung der Sitzposition. Zwei weitere Knöpfe für den Sitz befinden sich etwas weiter hinten und höher an der Außenverkleidung des Sitzes. So kommt man auch in der Schlafposition optimal an die Sitzeinstellungen. Bei einer Liegefläche von 190 cm und einer Breite von 53 cm hat man hier eine optimale Liegefläche um ein paar Stunden zu schlafen. Da es sich um einen (gefühlten) Tagflug handelte, machte ich davon jedoch keinen Gebrauch.

Der Monitor ist ein 17 Zoll LED Touchscreen. Natürlich merkt man auch bei dem Monitor, dass dieser etwas älter ist. Andere Airlines bieten ihren Business Class Gästen einen Monitor mit einem schärferen Bild und mehr Kontrast. Steckdose und USB Anschluss suchte ich anfangs vergebens, bis ich auf die Klappe unter dem Bildschirm gestoßen bin. Problem: Sollte der Tisch, der sich ebenfalls unter dem Monitor befindet, nicht ausgefahren sein, hat man keine echte Ablagefläche für das Smartphone. Es bietet sich lediglich der Ottomane an, aber dort rutscht es auch hin und her wenn man sich bewegt. Den Tisch kann man fast ganz zu sich heranziehen, somit ließ sich optimal daran essen.

Der ANA Business Class Sitz in der Boeing 777-300 gefällt mir sehr gut. Er bietet zum Sitzen und zum Schlafen sehr viel Platz. Auch die Ablagefläche ist während des Fluges optimal. Ich bevorzuge allerdings die etwas modernisierte Variante des Sitzes, wie auf meinem Flug in der Boeing 787-9 (Review: ANA Business Class Boeing 787-9 Tokio nach Singapur). Erstens sind die Anschlüsse für USB und Steckdose besser angebracht und der Tisch befindet sich nicht unter dem Monitor, sondern unter der Ablagefläche. Der Dreamliner wird übrigens auf den Strecken nach Düsseldorf, München und seit kurzem nach Wien eingesetzt.

Die Farben der Kabine und des Sitzes wirken allerdings etwas altbacken. Abgesehen von der Ablagefläche ist alles in Grautönen gehalten, was jetzt keine Farbe ist, die eine positive Stimmung verbreitet. Doch was letztendlich zählt ist der Sitzkomfort und der ist auf jeden Fall gegeben.

ANA Business Class Boeing 777-300 – Entertainment

Auf dem Weg zur Startbahn wurde das Safety Video gezeigt. Bei ANA hat man ein wenig japanische Kultur mit eingebaut. So tragen die Personen in dem Video traditionelle Kimono Outfits. Sowas bietet dann ein wenig Abwechslung zu den ganz normalen Safety Videos, wie man sie von den meisten Airlines kennt. Ansonsten finde ich das Entertainment Programm bei All Nippon Airways durchaus verbesserungswürdig. Zum einen ist da der etwas ältere Monitor. An den Bildern kann man auch gut erkennen, dass bei Helligkeit in der Kabine der 17 Zoll Monitor nicht wirklich punkten kann. Oft wirkt das Bild ziemlich matt. Zum zweiten finde ich die Menüführung unnötig kompliziert. Wenn man einen Film gucken möchte, bekommt man keine Liste aller Filme zum scrollen. Man kann lediglich jeden einzelnen Film durchklicken, ohne große Sprünge zu machen. Das kann bei ca. 60 Filmen doch recht lange dauern. Vielleicht lohnt sich vor dem Flug daher ein Blick auf die ANA Enterainment Website.

Den Monitor bedient man via Touch oder mit dem Controller, der über einen eigenen kleinen Screen verfügt. Neben Filmen gibt es noch Musik, Serien, Fluginformation und Live TV. Live TV war auf meinem Flug aber nicht verfügbar.

Es gab Noise-Cancelling Kopfhörer von Sony, deren Muscheln aber nicht über die ganzen Ohren reichten. Ich bevorzuge allerdings Over-Ear Kopfhörer, die bequemer sind und mehr Umgebungsgeräusche ausblenden. Am Sitz fehlte leider ein Haken um die Kopfhörer aufzuhängen. Dieser war am Dreamliner-Sitz bereits verbaut.

ANA Business Class Boeing 777-300 – Essen/Service

Die Crew war, wie man es nicht anders kennt von den Japanern, sehr freundlich, aufmerksam und hatte immer ein Lächeln im Gesicht. Kurz nachdem ich Platz genommen hatte, kam die zuständige Stewardess und fragte nach meinem Getränkewunsch. Dabei versuchte sie dann noch meinen Namen richtig auszusprechen, aber das ist für Asiaten nicht immer so einfach. Nachdem wir beide mit dem dritten Versuch zufrieden waren, servierte sie mir kurze Zeit später einen Champagner von Castelnau und dazu ein heißes Tuch.

Vor dem Start wurde mir noch die Menükarte ausgehändigt. Zur Wahl standen ein japanisches und ein westliches Menü. Ich entschied mich für das westliche Menü. Die Auswahl an Weinen konnte sich auf diesem Flug durchaus sehen lassen.

Zwanzig Minuten nach Take off erloschen die Anschnallzeichen und es wurde ein Drink als Überbrückung bis zum Essen serviert. Ich entschied mich für ein weiteres Glas Champagner. Allerdings schmeckte mir dieser nicht so gut, sodass ich für den Rest des Fluges auf andere Getränke umstieg. Natürlich haben sich die Stewardessen bei ANA auch jedes Mal verbeugt, wenn sie mit dem Trolley in den Gang kamen oder diesen wieder verließen. Genau wie der Schaffner im japanischen Schnellzug Shinkansen, der sich auch jedes mal verbeugt wenn er das Abteil betritt, oder verlässt. Bei uns in Deutschland unvorstellbar…

Das Essen begann mit dem „Gruß aus der Küche“ gefolgt von der Vorspeise und Suppe. Als Hauptgericht wählte ich das Filetsteak, welches sehr gut geschmeckt hat. Als Nachspeise gab es dann noch eine Käseplatte. Getränke wurden sehr aufmerksam nachgeschenkt. Bei jedem neuen Gang wurde von der Stewardess geguckt, ob ich noch genug zu trinken hatte.

Während des Fluges war zwischen dem zweiten und dritten Business Class Kabinenabschnitt noch eine kleine Getränkebar mit Snacks aufgebaut. Auch Zeitschriften findet man in diesem Bereich. Die meisten waren aber auf English oder Japanisch. Während des Fluges hatte ich mir noch ein Sandwich bestellt, welches im Laugenbrötchen serviert wurde. Vor der Landung wurde noch ein Frühstück serviert. Die japanische Interpretation von einem Egg Benedict war es glaube ich. Am Service und Qualität der Speisen gibt es bei ANA nichts auszusetzen.

ANA Business Class Boeing 777-300 – Amenities

Bereits beim Einsteigen waren am Platz die wichtigsten Amenities vorzufinden. Neben einem Paar Slipper, einem Kopfkissen, den Kopfhörern und einer Decke, gab es auch ein Amenity Kit von Neal’s Yard. In dem Amenity Kit befand sich eine Zahnbürste, eine Augenmaske, Lippenbalsam, Ohrstöpsel, Handcreme und ein Feuchtigkeitsspray für das Gesicht.

Ein Pyjama wurde auf dem Flug nicht verteilt. Da ich nicht schlafen wollte habe ich auch erst gar nicht nachgefragt. In den WCs standen zusätzlich Zahnbürsten, Mundwasser und Lotions zur Verfügung.

ANA Business Class Boeing 777-300 – WiFi

ANA bietet auf allen Flügen in der Boeing 777-300 WiFi Service an. Im Vergleich zu dem WiFi Service im Dreamliner sind die Kosten in der Boeing 777-300 relativ hoch. So zahlt man für 100 MB ganze 19,95 USD. Im Vergleich dazu waren bei meinem vorherigen Dreamliner-Flug lediglich 21,95 USD für 24 Stunden erforderlich. Genauere Information zum WiFi findet ihr auf der ANA Wi-Fi Service Seite. Ich habe den Service nicht genutzt. Hier dennoch ein paar Bilder:

ANA Business Class Boeing 777-300 – Fazit

Meine guten Erfahrungen vom ersten Flug mit ANA sollten sich auch auf diesem Flug bestätigen. Der Service bei ANA ist wirklich sehr gut und die Stewardessen waren den ganzen Flug über sehr aufmerksam. Die gerade Ausrichtung des Sitzes gefällt mir bei ANA auch sehr gut. Insgesamt hatte ich einen sehr guten Flug, der allerdings nicht ganz an meine Flüge mit Qatar Airways und EVA Air herankommt. In jedem Fall gilt: Auf Flügen von Deutschland nach Japan würde ich die ANA Business Class jederzeit der Lufthansa Business Class vorziehen.

Am Anfang des Artikels hatte ich ja geschrieben, dass ich aufgrund der Kirschblüte nach Japan geflogen bin, deshalb hier noch zwei Fotos von meiner Zeit in Japan. Vorausgesetzt man scheut keine Menschenmassen, kann ich nur jedem empfehlen zur Kirschblüte einmal durch Japan zu reisen. Es lohnt sich.

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6 Kommentare

    • Mark hat die First Class schon einmal reviewed auf unserer Seite. Vielleicht findest Du dort die Antwort. Abgesehen von mehr Privatsphäre und einem komfortableren Sitz, ist der Service sicherlich noch ein bisschen besser.

      • Danke. Es gibt ja auch noch den Pyjama, mehr Essensauswahl und noch mal bessere Getränke. Dafür ist der Aufpreis (auch in Meilen) natürlich beträchtlich…

        • Korrekt. Bei dem Aufpreis würde ich wahrscheinlich die First Class bei Lufthansa vorziehen und versuchen die Meilen für die ANA First Class auf der neuen Strecke im A380 von/nach Honolulu einzusetzen. Denn mit 62.000 Meilen wesentlich günstiger und immer noch eine Flugzeit von ca. 8 Stunden. In dem A380 wurde die ANA Suite, wie ich finde, auch positiv überarbeitet. Unter anderem kann der Fluggast nun direkt aus dem Fenster schauen, ohne sich nach vorne beugen zu müssen.

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