Cathay Pacific erhöht zum 1. August 2026 wieder die von der Airline erhobenen Treibstoffzuschläge. Auf Flügen zwischen Europa und Hongkong steigt der Zuschlag von 123,70 USD auf 174,60 USD je Richtung. Umgerechnet entspricht das aktuell rund 153 Euro statt rund 109 Euro. Damit verteuern sich insbesondere Cathay Pacific Prämienflüge wieder deutlich.
Wie bestimmen sich die Treibstoffzuschläge bei Cathay Pacific?
Im Gegensatz zu zahlreichen europäischen Airlines sind die Treibstoffzuschläge bei Cathay Pacific tatsächlich an den Kerosinpreis gekoppelt. Wie bei vielen Airlines im asiatischen Raum üblich, überprüft Cathay Pacific die Höhe der erhobenen Treibstoffzuschläge regelmäßig und passt diese an das aktuelle Preisniveau von Kerosin an. So strich Cathay Pacific im Mai 2020 auf fast allen Routen die Treibstoffzuschläge vollständig. Die Corona-Pandemie hatte zu diesem Zeitpunkt zu einem starken Einbruch der Preise für Öl und Kerosin geführt. Als sich der Preis Anfang 2021 wieder stabilisierte, führte Cathay Pacific die Treibstoffzuschläge wieder ein. Seitdem schwanken die Zuschläge mit dem Kerosinpreis. Hintergrund der jüngsten Erhöhung sind zuletzt wieder gestiegene Kerosinpreise.
Im März und April 2026 erhöhte Cathay Pacific die Zuschläge aufgrund stark gestiegener Kerosinpreise deutlich. Anschließend folgten zum 16. Mai, 1. Juli und 16. Juli mehrere Senkungen. Aufgrund zuletzt wieder gestiegener Kerosinpreise hebt Cathay Pacific die Zuschläge zum 1. August 2026 nun erstmals seit April wieder an. Nach Angaben der Airline bleiben die neuen Werte allerdings unter dem Höchststand aus dem April 2026.
Tipp: Einen guten Überblick über die Entwicklung der Kerosin-Preise in den letzten Jahren gibt der IATA Jet Fuel Price Monitor (Link).
Aktuelle Treibstoffzuschläge bei Cathay Pacific
Die Höhe der Treibstoffzuschläge wird von Cathay Pacific regelmäßig überprüft und an die Entwicklung der Treibstoffpreise angepasst. Laut der auf der Cathay Pacific Webseite veröffentlichten Übersicht gelten ab dem 01. August 2026 wieder höhere Zuschläge.
Für Flüge zwischen Hongkong und Europa, Nordamerika, dem Nahen Osten, Afrika sowie dem Südwestpazifik ordnet Cathay Pacific die Zuschläge der höchsten Kategorie zu. Bis einschließlich 31. Juli 2026 verlangt Cathay Pacific hier 123,70 USD je Segment bzw. 965 HKD bei Reisebeginn in Hongkong. Ab dem 01. August 2026 steigt dieser Wert auf 174,60 USD bzw. 1.362 HKD.
Auf Europa–Hongkong Flügen entspricht das nach aktuellem Wechselkurs rund 153 Euro pro Richtung. Bis Ende Juli sind es nur rund 109 Euro. Die Erhöhung beträgt damit rund 41 Prozent bzw. etwa 45 Euro je Segment. Auf einem Hin- und Rückflug zwischen Europa und Hongkong steigen die Treibstoffzuschläge damit von umgerechnet rund 217 Euro auf rund 307 Euro. Der tatsächlich in Euro berechnete Betrag kann aufgrund des jeweils verwendeten Umrechnungskurses leicht abweichen.
Trotz des im Vergleich zum Jahresbeginn weiterhin hohen Niveaus bewegen sich die Zuschläge der Airline im Vergleich mit vielen anderen Airlines weiterhin auf einem moderaten Niveau. Insbesondere europäische Airlines haben ihre sogenannten Carrier Imposed Surcharges in den vergangenen Jahren deutlich erhöht und koppeln diese nicht mehr direkt an den Kerosinpreis. So betragen die Lufthansa Treibstoffzuschläge auf einigen Strecken mehr als 1.000 Euro.
Auswirkungen auf Prämienflüge
Die erhöhten Treibstoffzuschläge wirken sich unmittelbar auf die Zuzahlungen bei Prämientickets aus. Cathay Pacific erhebt den Zuschlag unabhängig von der Reiseklasse und dem gebuchten Tarif ausdrücklich auch bei Prämienflügen. Bei Buchungen über andere Vielfliegerprogramme hängt es dagegen von den Regeln des ausstellenden Programms ab, ob und in welcher Höhe der von Cathay Pacific erhobene Zuschlag an das Mitglied weitergegeben wird. Eine pauschale Aussage für sämtliche Programme der oneworld Allianz ist daher nicht möglich.
Die neuen Treibstoffzuschläge gelten grundsätzlich für Tickets, die ab dem 01. August 2026 ausgestellt werden. Entscheidend ist damit in erster Linie der Zeitpunkt der Ticketausstellung und nicht das spätere Abflugdatum. Wer ein ohnehin geplantes Ticket spätestens am 31. Juli 2026 ausstellen lässt, kann sich grundsätzlich noch die niedrigeren Zuschläge sichern.
Was sind Treibstoffzuschläge?
Ob Treibstoffzuschlag, Kerosinzuschlag, Fuel Surcharge, Carrier Imposed Surcharge, YQ, YR oder auch einfach nationaler/internationaler Zuschlag – gemeint ist in allen Fällen das Gleiche: ein Preisaufschlag auf den regulären Flugpreis, der in Zeiten hoher Kerosinpreise eingeführt wurde. Doch viele Airlines nutzen diese Zuschläge mittlerweile völlig losgelöst vom aktuellen Kerosinpreis. Entsprechend trifft man den Begriff Treibstoffzuschläge oft auch nur noch umgangssprachlich an. Airlines selbst nutzen mittlerweile meist andere Begriffe. Eine echte Rechtfertigung für den Zuschlag entfällt. Treibstoffzuschläge nehmen insofern eine Sonderrolle in den Preiskomponenten eines Flugtickets ein, dass sie auf Laien den Eindruck einer echten Steuer machen, der von Airlines im Namen staatlicher Behörden eingezogen und abgeführt wird. Tatsächlich sind Treibstoffzuschläge oder Carrier Imposed Surcharges aber nur ein einfacher Zuschlag auf den Ticketpreis, der von der Airline erhoben und einbehalten wird. Wie man Treibstoffzuschläge berechnet und warum sie für Prämientickets interessant sind, erfahrt ihr in diesen Beiträgen:
- Welche Vielfliegerprogramme erheben (keine) Treibstoffzuschläge?
- Diese Länder untersagen oder begrenzen Treibstoffzuschläge
- Welche Airlines erheben (keine) Treibstoffzuschläge und wie hoch sind diese?
Cathay Pacific erhöht Treibstoffzuschläge – Fazit
Cathay Pacific erhöht die Treibstoffzuschläge zum 1. August 2026 wieder deutlich. Für Flüge zwischen Europa und Hongkong steigt der Zuschlag von 123,70 USD auf 174,60 USD je Richtung. Umgerechnet sind das aktuell rund 153 statt rund 109 Euro. Auf einem Hin- und Rückflug entstehen damit ungefähr 90 Euro höhere Zuzahlungen. Die Erhöhung macht die Senkungen der vergangenen Wochen zu einem großen Teil rückgängig. Da Cathay Pacific die Zuschläge derzeit alle zwei Wochen überprüft, sind weitere kurzfristige Anpassungen nicht ausgeschlossen.
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