Die American Express Platinum Card und Revolut Ultra gehören zu den teuersten Kartenprodukten für Meilensammler in Deutschland. Beide ermöglichen das Sammeln flexibler Punkte, bieten kostenlosen Loungezugang und kombinieren dies mit umfangreichen Reiseleistungen. Trotzdem verfolgen sie unterschiedliche Konzepte: Die American Express Platinum Card ist eine Kreditkarte mit Membership Rewards Punkten, zahlreichen Guthaben, Hotelstatus und einem besonders umfangreichen Loungepaket. Revolut Ultra kombiniert dagegen ein Konto mit Debitkarte, RevPoints, sehr guten Fremdwährungskonditionen und zahlreichen digitalen Reise- und Abo-Leistungen. Welche der beiden Premiumkarten sich für Meilensammler stärker lohnt, hängt deshalb nicht nur von der Sammelrate ab.
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick
Der grundlegendste Unterschied liegt im Kartenkonzept. Die American Express Platinum Card ist eine Kreditkarte mit monatlicher Abrechnung. Revolut Ultra wird dagegen als Debitkarte zu einem Revolut Konto ausgegeben. Zahlungen werden unmittelbar aus dem verfügbaren Guthaben beglichen.
| Leistung | American Express Platinum Card | Revolut Ultra |
|---|---|---|
| Kartenart | Kreditkarte | Debitkarte mit Konto |
| Monatliche Grundkosten | 60 Euro | 65 Euro |
| Jahreskosten | 720 Euro | 650 Euro bei jährlicher Zahlung |
| Punkteprogramm | American Express Membership Rewards | Revolut RevPoints |
| Reguläre Sammelrate | 1 Membership Rewards Punkt je 1 Euro Umsatz | 1 RevPoint je 1 Euro Umsatz |
| Erhöhte Sammelrate | 1,5 Membership Rewards Punkte je 1 Euro mit Membership Rewards Turbo | – |
| Maximale effektive Sammelrate Meilen | Bis zu 0,8 Meilen je 1 Euro ohne Turbo bzw. 1,2 Meilen mit Turbo (bei 5:4 Partnern) | Bis zu 1 Meile je 1 Euro (bei 1:1 Partnern) |
| Vielfliegerprogramme direkt oder indirekt | 14 | 18 |
| Hotelprogramme als Transferpartner | 4 | – |
| Miles & More erreichbar? | Ja, indirekt über Payback | Nein |
| Jährliche Guthaben | 650 Euro Nominalwert | Keine vergleichbaren festen Kartenguthaben |
| Loungezugang | American Express Global Lounge Collection inklusive Priority Pass für Haupt- und Platinum Zusatzkarteninhaber | Unbegrenzter eigener Zugang zu mehr als 1.600 Lounges |
| Kartenakzeptanz | Geringer als Visa/Mastercard | Sehr hoch |
| Fremdwährungsentgelt | 2 % | Keine zusätzliche Umtauschgebühr |
| Bargeldabhebungen | 4 %, mindestens 5 Euro | Bis 2.000 Euro je rollierendem Monat ohne Revolut-Gebühr |
Eine einfache Siegerkarte gibt es damit nicht. Bei gemeinsamen Transferpartnern sammelt die American Express Platinum Card mit aktiviertem Membership Rewards Turbo meist mehr Meilen als Revolut Ultra. Ohne Turbo ist Revolut Ultra bei vielen 1:1-Transferpartnern dagegen stärker. Bei Reiseleistungen punktet die American Express Platinum Card insbesondere mit Guthaben, Statusvorteilen und einem großzügigeren Loungepaket für Begleitpersonen. Revolut Ultra ist dafür bei Kartenakzeptanz, Fremdwährungen und Bargeld deutlich praktischer.
Die wichtigsten Gemeinsamkeiten
Beide Produkte richten sich an Vielreisende und ermöglichen das Sammeln einer flexiblen Punktewährung. Membership Rewards Punkte und RevPoints müssen nicht unmittelbar einem einzelnen Vielfliegerprogramm gutgeschrieben werden. Stattdessen können sie zunächst gesammelt und später passend zum geplanten Prämienflug übertragen werden. Die Unterschiede zwischen beiden Systemen haben wir ausführlich im Vergleich von American Express Membership Rewards und Revolut RevPoints analysiert.
Hinzu kommen bei beiden Produkten kostenlose eigene Loungebesuche, Reiseversicherungen, eine hochwertige physische Karte sowie weitere Reise- und Lifestyle-Leistungen. Apple Pay und Google Pay werden ebenfalls unterstützt. Damit konkurrieren American Express Platinum Card und Revolut Ultra deutlich direkter miteinander als beispielsweise American Express Gold Card und Revolut Metal.
Trotzdem bleibt ein grundlegender Unterschied: American Express bündelt seine Premiumleistungen um eine Kreditkarte und ein klassisches Bonusprogramm. Revolut Ultra ist dagegen ein Premium-Bankkonto mit Debitkarte, Fremdwährungslösung, RevPoints und zahlreichen zusätzlichen digitalen Dienstleistungen.
Die Unterschiede im Detail
Bei den grundlegenden Leistungen gibt es einige Überschneidungen, im Detail unterscheiden sich American Express Platinum Card und Revolut Ultra jedoch deutlich. Besonders relevant sind für Meilensammler die Kosten, die Sammelraten und Transferpartner, aber auch Loungezugang, Fremdwährungsgebühren, Versicherungen und weitere Reisevorteile.
Kreditkarte oder Debitkarte
Die American Express Platinum Card ist eine Kreditkarte mit monatlicher Abrechnung. Kartenumsätze werden zunächst gesammelt und anschließend vom hinterlegten Bankkonto eingezogen. Das kann insbesondere bei Hotel- und Mietwagenbuchungen praktisch sein, wenn eine klassische Kreditkarte zur Hinterlegung einer Kaution verlangt wird.
Revolut Ultra ist dagegen eine Debitkarte zu einem Revolut Konto. Kartenzahlungen werden grundsätzlich direkt mit dem verfügbaren Guthaben verrechnet. Die Ultra-Karte wird als Mastercard ausgegeben.
Für den normalen Zahlungsverkehr ist die Debitkarte kein wesentlicher Nachteil. Bei einzelnen Hotels oder Mietwagenanbietern kann eine klassische Kreditkarte allerdings weiterhin die zuverlässigere Lösung sein.
Kartenentgelt, Guthaben und enthaltene Leistungen
Die American Express Platinum Card kostet 60 Euro pro Monat beziehungsweise 720 Euro pro Jahr. Revolut verlangt für Revolut Ultra aktuell 65 Euro pro Monat. Bei jährlicher Zahlung reduziert sich der Preis auf 650 Euro. Wer monatlich zahlt, kommt innerhalb von zwölf Monaten dagegen auf 780 Euro.
Beim reinen Jahrespreis ist Revolut Ultra bei jährlicher Zahlung somit 70 Euro günstiger. Dieser Vergleich greift bei der American Express Platinum Card allerdings zu kurz. Sie bietet derzeit vier wiederkehrende Guthaben mit einem Nominalwert von insgesamt 650 Euro.
- 200 Euro Online-Reiseguthaben
- 200 Euro SIXT ride Fahrtguthaben
- 150 Euro Restaurantguthaben
- 100 Euro LODENFREY Shoppingguthaben
Wer alle vier Guthaben tatsächlich zum vollen Nennwert nutzt, reduziert die effektive Jahresgebühr auf lediglich 70 Euro. In der Praxis sollte dieser Wert aber nicht mit Bargeld gleichgesetzt werden. Das Reiseguthaben ist beispielsweise an Buchungen über American Express Reisen gebunden, das Restaurantguthaben gilt nur bei teilnehmenden Restaurants und das Shoppingguthaben ausschließlich bei LODENFREY. Wie hoch der persönliche Gegenwert tatsächlich ist, erläutern wir ausführlich in unserer Übersicht der American Express Platinum Guthaben.
Revolut Ultra setzt stärker auf enthaltene Dienstleistungen und Partner-Abonnements. Zum Recherchezeitpunkt sind folgende Leistungen ohne zusätzliche Abogebühr enthalten:
- Financial Times Premium Digital
- WeWork mit drei Credits pro Monat
- MasterClass
- Uber One
- NordVPN Complete inklusive 1 Terabyte Cloudspeicher
- Headspace
- Sleep Cycle Premium
- Freeletics
- Picsart Pro
- The Athletic
- ClassPass mit 20 Credits pro Monat
- Perplexity Pro
- Chess.com
- Tinder Gold
- Headway Premium
- Flo Premium
- Super Duolingo
- Lovable Lite für zwölf Monate inklusive 100 Credits
Revolut beziffert den Gesamtwert der enthaltenen Partner-Abonnements auf 4.100 Euro pro Jahr. Dieser Betrag sollte allerdings nicht mit einer entsprechenden Ersparnis gleichgesetzt werden. Einen tatsächlichen Gegenwert bieten die Abonnements nur, wenn ihr die jeweiligen Dienste ohnehin nutzen oder separat bezahlen würdet. Hinzu kommen bei Ultra unter anderem fünf Gigabyte globale eSIM-Daten pro Monat und Fast Track an teilnehmenden Flughäfen. Die Verfügbarkeit einzelner Partnerleistungen kann sich zudem ändern.
Zwischenfazit: Bei den reinen Jahreskosten liegt Revolut Ultra vorne. Wer die 650 Euro American Express Guthaben jedoch entsprechend nutzt, reduziert die Grundgebühr der American Express Platinum Card unter die von Revolut Ultra.
Willkommensbonus
Beim Willkommensbonus hat die American Express Platinum Card den klaren Vorteil. Zum Recherchezeitpunkt werden für Neukunden bis zu 85.000 Membership Rewards Punkte angeboten, sofern die jeweiligen Umsatz- und Teilnahmebedingungen erfüllt werden. Revolut Ultra besitzt dagegen keinen vergleichbaren klassischen Willkommensbonus in RevPoints. Für das erste Mitgliedschaftsjahr kann ein hoher American Express Bonus den wirtschaftlichen Vergleich daher deutlich zugunsten der Platinum Card verschieben.
Membership Rewards oder RevPoints?
Für Meilensammler ist die Punktewährung einer der wichtigsten Unterschiede. Mit der American Express Platinum Card sammelt ihr Membership Rewards Punkte. Diese lassen sich in Deutschland direkt oder indirekt zu 14 Vielfliegerprogrammen und vier Hotelprogrammen übertragen. Revolut RevPoints bieten dagegen Zugang zu insgesamt 18 Vielfliegerprogrammen. Hotelprogramme gehören nicht zum Transferpartner-Portfolio.
| Transferprogramm | Membership Rewards | RevPoints |
|---|---|---|
| Aegean Miles+Bonus | – | 1:1 |
| Aer Lingus AerClub | 5:4 (indirekt über Avios) | 1:1 |
| Air France/KLM Flying Blue | 5:4 | 1:1 |
| ALL Accor | 3:1 | – |
| Avianca LifeMiles | – | 1:1 |
| British Airways Club | 5:4 | 1:1 |
| Cathay Pacific Asia Miles | 3:2 | – |
| China Southern Sky Pearl Club | – | 1:1 |
| Delta Air Lines SkyMiles | 3:2 | – |
| Emirates Skywards | 2:1 | 2:1 |
| Etihad Guest | – | 1:1 |
| Finnair Plus | 5:4 (indirekt über Avios) | 1:1 |
| Hilton Honors | 1:1 | – |
| Iberia Club | 5:4 | 1:1 |
| Icelandair Saga Club | – | 1:1 |
| Loganair Loyalty | 5:4 (indirekt über Avios) | 1:1 (indirekt über Avios) |
| Marriott Bonvoy | 3:2 | – |
| Miles & More | 3:1 (indirekt über Payback) | – |
| Qatar Airways Privilege Club | 3:2 (direkt) / 5:4 (indirekt über Avios) | 1:1 |
| Radisson Rewards | 1:2 | – |
| SAS EuroBonus | 5:4 | 1:1 |
| Singapore Airlines KrisFlyer | 3:2 | 2:1 |
| TAP Miles&Go | – | 1:1 |
| Turkish Airlines Miles&Smiles | – | 1:1 |
| Vueling Club | 5:4 (indirekt über Avios) | 1:1 |
Bei Revolut sind mehrere Airlines vertreten, die über Membership Rewards weder direkt noch indirekt erreichbar sind: Aegean Miles+Bonus, Avianca LifeMiles, China Southern Sky Pearl Club, Etihad Guest, Icelandair Saga Club, TAP Miles & Go und Turkish Airlines Miles&Smiles.
American Express bietet seinerseits exklusive Transfermöglichkeiten. Besonders relevant für deutsche Meilensammler ist Miles & More, das als indirekter Transferpartner über Payback zur Verfügung steht. Auch Cathay Pacific Asia Miles und Delta Airlines SkyMiles sowie die Hotelprogramme ALL Accor, Hilton Honors, Marriott Bonvoy und Radisson Rewards sind über Membership Rewards, nicht aber über RevPoints erreichbar.
Zwischenfazit: Die reine Zahl der Transferpartner entscheidet nicht darüber, welches Programm besser ist. Entscheidend ist, wo ihr primär sammeln möchtet.
Meilen mit Kartenumsätzen sammeln
Beim Punktesammeln liegen American Express Platinum Card und Revolut Ultra deutlich näher beieinander als American Express Gold Card und Revolut Metal. Mit Revolut Ultra sammelt ihr einen RevPoint je einem Euro berechtigtem Kartenumsatz. Bei den meisten Transferpartnern entspricht ein RevPoint einer Meile beziehungsweise einem Avios. Damit liegt die maximale effektive Sammelrate bei einer Meile je einem Euro Umsatz.
Mit der American Express Platinum Card sammelt ihr regulär einen Membership Rewards Punkt je einem Euro Umsatz. Bei einem Transferpartner mit einem Verhältnis von 5:4 – beispielsweise dem British Airways Club oder Air France/KLM Flying Blue – entstehen daraus 0,8 Meilen beziehungsweise Avios je einem Euro Umsatz. Ohne weitere Maßnahmen liegt Revolut Ultra bei diesen Programmen also vorne.
Das Bild ändert sich mit dem Membership Rewards Turbo. Dieser kostet 15 Euro pro Jahr und erhöht die Sammelrate für bis zu 40.000 Euro Kartenumsatz innerhalb von zwölf Monaten auf 1,5 Membership Rewards Punkte je einem Euro Umsatz. Bei einem 5:4-Transferpartner entstehen damit 1,2 Meilen je einem Euro Umsatz – 20 Prozent mehr als mit Revolut Ultra. Die vollständige Gegenüberstellung der Sammelraten findet ihr in unserem Membership Rewards vs. RevPoints Vergleich.
Zwischenfazit: Ohne Membership Rewards Turbo besitzt Revolut Ultra bei vielen gemeinsamen Transferpartnern die höhere Sammelrate. Mit Membership Rewards Turbo gewinnt American Express bei den gemeinsamen Programmen, solange der Kartenumsatz nicht so hoch ist, dass das Turbo-Limit den Vorteil wieder aufzehrt.
Kartenakzeptanz
Bei der Akzeptanz kehrt sich das Bild um. Revolut Ultra wird als Mastercard ausgegeben. Die Karte lässt sich damit weltweit an einem sehr großen Netz von Akzeptanzstellen einsetzen. Die Akzeptanz von American Express hat sich insbesondere in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Große Supermärkte, Tankstellen, Airlines, Hotels, Mietwagenanbieter und viele Onlineshops akzeptieren American Express. Bei kleineren Geschäften und Restaurants bleibt Visa oder Mastercard jedoch häufig die zuverlässigere Wahl.
Zwischenfazit: Bei der Kartenakzeptanz gewinnt Revolut Ultra klar.
Fremdwährungsumsätze und Bargeldabhebungen
Bei Zahlungen im Ausland gewinnt Revolut Ultra mit großem Abstand. American Express berechnet für Fremdwährungsumsätze mit der American Express Platinum Card ein Entgelt von zwei Prozent. Bargeldabhebungen kosten vier Prozent des Auszahlungsbetrags, mindestens jedoch fünf Euro. Bei Bargeldabhebungen in Fremdwährung kann zusätzlich das Fremdwährungsentgelt anfallen.
Revolut Ultra ermöglicht dagegen den unbegrenzten Währungsumtausch ohne zusätzliche Umtauschgebühr und ohne zusätzliche Wochenendgebühr. Außerdem können bis zu 2.000 Euro je rollierendem Monat am Geldautomaten abgehoben werden, ohne dass Revolut eine eigene Abhebungsgebühr verlangt. Gebühren des Automatenbetreibers können trotzdem anfallen. Die aktuellen Limits veröffentlicht Revolut in seinem Gebührenverzeichnis für Ultra.
Für Vielreisende außerhalb der Eurozone ist dieser Unterschied erheblich. Nutzt ihr die American Express Platinum Card beispielsweise für 10.000 Euro Fremdwährungsumsatz pro Jahr, entstehen allein durch das Fremdwährungsentgelt 200 Euro zusätzliche Kosten. Revolut Ultra kann seine höhere beziehungsweise ähnlich hohe Jahresgebühr deshalb bereits durch die Gebührenersparnis teilweise rechtfertigen.
Loungezugang
Beide Karten gehören zu den stärksten Produkten für regelmäßige Loungebesucher, unterscheiden sich aber bei den Gastregeln deutlich.
Die American Express Platinum Card eröffnet über die American Express Global Lounge Collection Zugang zu mehr als 1.550 Lounges weltweit. Enthalten sind unter anderem Priority Pass Lounges, Centurion Lounges, Plaza Premium Lounges und weitere Partnerlounges. Hauptkarteninhaber und Inhaber der Platinum Zusatzkarte können sich jeweils für einen Priority Pass registrieren und in teilnehmenden Priority Pass Lounges jeweils eine Begleitperson kostenlos mitnehmen. Dadurch können bei entsprechender Kartenverteilung bis zu vier Personen gemeinsam ohne zusätzliches Eintrittsentgelt eine Priority Pass Lounge besuchen.
Für nach dem 1. September 2024 beantragte deutsche Platinum Cards gilt für Priority Pass allerdings ein gemeinsames Kontingent von maximal 50 Personenbesuchen pro Kalenderjahr. Jeder Gast zählt dabei als eigener Besuch. Die Regeln anderer Lounges innerhalb der Global Lounge Collection können davon abweichen. Einen vollständigen Überblick bietet unser Artikel zum Loungezugang mit der American Express Platinum Card.
Loungezugang mit der American Express Platinum Card – Neue Regeln für Centurion Lounges
Revolut Ultra bietet nach Angaben von Revolut unbegrenzten kostenlosen eigenen Zugang zu mehr als 1.600 Flughafenlounges. Für Begleitpersonen müssen dagegen separate, vergünstigte Gästepässe gekauft werden. Wer fast ausschließlich allein reist, erhält damit ein sehr unkompliziertes Loungepaket. Für Paare oder Familien ist die American Express Platinum Card aufgrund der kostenlosen Gastmöglichkeiten meist deutlich stärker.
Zwischenfazit: Für allein reisende Vielflieger erfüllen beide Produkte den wichtigsten Zweck. Wer regelmäßig mit einer Begleitperson oder als Familie reist, erhält mit der American Express Platinum Card das großzügigere Loungepaket.
Versicherungen
Beide Produkte enthalten umfangreiche Versicherungsleistungen. Die American Express Platinum Card bietet unter anderem Reiserücktritts- und Reiseabbruchschutz, Auslandsreise-Krankenversicherung, Mietwagenleistungen, Reisegepäck- und Reisekomfortleistungen sowie weitere Reise- und Einkaufsversicherungen. Bei verschiedenen Leistungen ist der Einsatz der Karte Voraussetzung. Die Details und Selbstbehalte unterscheiden sich je Versicherung, weshalb wir sie separat in unserem Vergleich der American Express Versicherungen analysieren.
Auch Revolut Ultra umfasst Reiseversicherungen sowie Schutz für Wintersport, Mietwagen-Selbstbeteiligung, persönliche Haftpflicht und Reise- beziehungsweise Veranstaltungsstornierungen. Bei der zusätzlichen Stornierungsleistung können unter den geltenden Voraussetzungen bis zu 70 Prozent bestimmter nicht erstattbarer Kosten übernommen werden, maximal 5.000 Euro pro Jahr.
Welches Versicherungspaket besser ist, lässt sich deshalb nicht allein anhand der Anzahl der Versicherungen beantworten. Entscheidend sind für den persönlichen Anwendungsfall insbesondere Versicherungssummen, Selbstbehalte, Karteneinsatzpflichten, maximale Reisedauer und die mitversicherten Personen.
Weitere Reisevorteile
Die American Express Platinum Card ist bei klassischen Vielreisenden-Vorteilen stärker aufgestellt. Dazu gehören unter anderem Statusvorteile bei verschiedenen Hotel- und Mietwagenprogrammen, Fine Hotels & Resorts, Amex Offers sowie eine kostenlose Platinum Zusatzkarte aus Metall und weitere Zusatzkarten.
Revolut Ultra setzt einen anderen Schwerpunkt. Neben Fremdwährungs- und Bankingvorteilen gehören unter anderem Fast Track an teilnehmenden Flughäfen, fünf Gigabyte globale eSIM-Daten pro Monat sowie verschiedene Partnerabonnements zum Paket. Damit deckt Ultra mehr Leistungen ab, die auch außerhalb klassischer Flug- und Hotelreisen genutzt werden können.
Welche Seite hier gewinnt, hängt deshalb stark vom persönlichen Nutzungsprofil ab. Hotelstatus und eine zweite Premiumkarte sprechen für American Express. eSIM, Fast Track, Fremdwährungen und digitale Abonnements sprechen für Revolut.
Für wen lohnt sich die American Express Platinum Card?
Die American Express Platinum Card eignet sich insbesondere für Meilensammler, die das Membership Rewards System aktiv nutzen und gleichzeitig einen hohen Gegenwert aus den Premium-Reiseleistungen ziehen. Besonders attraktiv ist die Karte, wenn ihr den Membership Rewards Turbo aktiviert, regelmäßig in Priority Pass Lounges oder anderen Lounges unterwegs seid, häufig mit einer Begleitperson reist und einen großen Teil der 650 Euro jährlichen Guthaben ohnehin nutzen würdet.
Ein weiterer Pluspunkt ist die größere Vielfalt der Punkteverwendung. Neben zahlreichen Vielfliegerprogrammen stehen Hoteltransferpartner zur Verfügung. Für deutsche Meilensammler ist außerdem der indirekte Transfer zu Miles & More über Payback relevant.
Allein zum Sammeln von Membership Rewards Punkten ist die Platinum Card allerdings kaum zu rechtfertigen. Günstigere deutsche American Express Karten sammeln mit derselben regulären Rate und können ebenfalls den Membership Rewards Turbo nutzen. Die hohe Platinum Card Gebühr bezahlt ihr daher im Wesentlichen für Loungezugang, Guthaben, Statusvorteile, Versicherungen und weitere Premiumleistungen. Eine ausführliche Bewertung findet ihr in unserem Artikel zur American Express Platinum Card.
- Rekord: Bis zu 85.000 Membership Rewards Punkte Willkommensbonus – Mindestumsatz von 10.000 Euro in den ersten 6 Monaten erforderlich
- 650 Euro Guthaben jährlich (Restaurant: 150 €, Reise: 200 €, SIXT ride: 200 €, Shopping: 100 €)
- Zusätzliche Punkte und Rabatte dank Amex Offers
- Bei 14 Vielfliegerprogrammen und 4 Hotelprogrammen gleichzeitig Meilen/Punkte sammeln (inkl. Miles & More)
- 1 Punkt je 1 Euro Umsatz (1,5 Punkte/Euro mit dem Membership Rewards Turbo) – entspricht bis zu 1,2 Meilen je 1 Euro
- Kostenloser Loungezugang (2 × Priority Pass, Centurion, Plaza Premium, etc.)
- Zahlreiche Vorteile und Rabatte bei Condor
- Statusvorteile bei zahlreichen Hotelprogrammen
- SkyTeam Elite Plus Status für 260 Euro dank Statusmatch
- Umfangreiche Reise- und Mietwagen-Versicherungsleistungen
- Kostenlose Teilnahme am Membership Rewards Programm
- Zusatzkarte: 1 Platinum Zusatzkarte und bis zu 4 weitere Zusatzkarten (American Express Card, Gold Card) inklusive
Für wen lohnt sich Revolut Ultra?
Revolut Ultra eignet sich vor allem für Meilensammler, die eine möglichst universell einsetzbare Karte mit hoher RevPoints Sammelrate suchen. Einen RevPoint je einem Euro Umsatz gibt es nur mit Ultra. Bei den meisten 1:1-Transferpartnern entspricht dies einer Meile je einem Euro Umsatz.
Besonders interessant ist Ultra für Nutzer von Programmen, die über Membership Rewards nicht erreichbar sind. Wer beispielsweise gezielt Turkish Airlines Miles&Smiles, TAP Miles & Go, Aegean Miles+Bonus oder Avianca LifeMiles nutzt, erhält mit RevPoints einen Sammelweg, den American Express nicht bietet. Alle Möglichkeiten erläutern wir im Artikel zum Meilensammeln mit Revolut RevPoints.
Hinzu kommt die bessere Alltagstauglichkeit als alleinige Reisekarte. Die hohe Visa- beziehungsweise Mastercard-Akzeptanz, fehlende zusätzliche Fremdwährungsgebühren, hohe Bargeldlimits und der unbegrenzte eigene Loungezugang machen Ultra insbesondere für internationale Reisen interessant.
Wer das Abo allerdings ausschließlich wegen der Sammelrate von einem RevPoint je einem Euro abschließt, sollte die 650 Euro Jahresgebühr kritisch gegenrechnen. Der wirtschaftliche Vorteil entsteht vor allem dann, wenn Loungezugang, Fremdwährungsvorteile, Versicherungen, Fast Track, eSIM und Partnerabonnements ebenfalls genutzt werden.
- RevPoints (=Meilen) sammeln für Umsätze, Wechselgeld, Points Pocket und Challenges
- Bei 18 Vielfliegerprogrammen gleichzeitig Meilen/Punkte sammeln
- 1 RevPoint (=Meile) je 1 Euro Kartenumsatz sammeln
- Keine zusätzlichen Fremdwährungsgebühren
- Kostenlos Geld abheben (2.000 Euro/Monat)
- Unbegrenzter Zugang zu Flughafen-Lounges
- Fast Track an teilnehmenden Flughäfen inklusive
- Fünf Gigabyte globale eSIM-Daten pro Monat
- Zahlreiche Partnerabonnements (z. B. ChatGPT, Financial Times, NordVPN, MasterClass und Uber One)
- Reise- und Stornierungsversicherungen inklusive
- Exklusive platinbeschichtete Debitkarte
- Priorisierter Kundenservice per Chat und In-App-Anruf
- Zentrale Steuerung und Verwaltung über die App
Können sich American Express Platinum Card und Revolut Ultra gleichzeitig lohnen?
Die Kombination aus American Express Platinum Card und Revolut Ultra ist deutlich schwieriger zu rechtfertigen als beispielsweise die Kmbination aus American Express Gold Card und Revolut Metal. Bei jährlicher Revolut Zahlung kosten American Express Platinum Card und Revolut Ultra zusammen bereits 1.370 Euro pro Jahr. Mit aktiviertem Membership Rewards Turbo sind es 1.385 Euro.
Gleichzeitig überschneiden sich wichtige Leistungen. Beide bieten Loungezugang und Reiseversicherungen, beide richten sich an Vielreisende und beide ermöglichen das Sammeln flexibler Punkte. Ein Teil der hohen Jahresgebühren bezahlt damit ähnliche Vorteile doppelt.
Deutlich mehr Sinn macht eine asymmetrische Kombination. Wer die Premiumvorteile der American Express Platinum Card nutzt, kann ein günstigeres Revolut-Abo wählen. Wer umgekehrt Revolut Ultra wegen Loungezugang, Fremdwährungen und der maximalen RevPoints Sammelrate nutzt, kann eine günstigere American Express Karte als Ergänzung wählen.
American Express Platinum Card vs. Revolut Ultra – Fazit
Für ambitionierte Meilensammler ist der Vergleich von American Express Platinum Card und Revolut Ultra deutlich ausgeglichener als bei American Express Gold Card und Revolut Metal. Denn Revolut Ultra sammelt mit einem RevPoint je einem Euro Umsatz genügend Punkte, um Membership Rewards auch bei der reinen Umsatzsammelrate ernsthaft Konkurrenz zu machen. Mit aktiviertem Membership Rewards Turbo liegt die American Express Platinum Card aber bei den meisten Partnern vorne. Bei 5:4-Programmen entstehen bis zu 1,2 Meilen je einem Euro Umsatz gegenüber maximal einer Meile mit Revolut Ultra. Hinzu kommen der indirekte Zugang zu Miles & More, Hoteltransferpartner und der potenziell hohe Willkommensbonus.
Die American Express Platinum Card ist deshalb die stärkere Wahl für Meilensammler, die Membership Rewards als Hauptprogramm nutzen, die Guthaben sinnvoll ausschöpfen und insbesondere vom umfangreichen Loungezugang für Hauptkarte, Platinum Zusatzkarte und Begleitpersonen profitieren. Revolut Ultra ist dagegen das überzeugendere Gesamtprodukt für Nutzer, die eine einzige, weltweit sehr breit akzeptierte Karte für Punkte, Fremdwährungen, Bargeld und Reisen suchen oder gezielt RevPoints-exklusive Programme wie Turkish Airlines Miles&Smiles, TAP Miles & Go oder Avianca LifeMiles nutzen.
Wer ausschließlich möglichst günstig Meilen mit Kartenumsätzen sammeln möchte, sollte allerdings bei beiden Premiumprodukten genauer rechnen. Die American Express Platinum Card lohnt sich nicht allein wegen Membership Rewards und Revolut Ultra nicht allein wegen der RevPoints Sammelrate. Erst wenn die jeweiligen Reise- und Zusatzleistungen einen realen persönlichen Gegenwert besitzen, können die hohen Jahreskosten gerechtfertigt werden.
Das könnte dich auch interessieren:
- American Express Membership Rewards vs. Revolut RevPoints: Partner, Sammelraten und Kosten im Vergleich
- American Express Platinum Card – Alle Infos & Vorteile
- Mit Revolut RevPoints Meilen sammeln – Alle Möglichkeiten
- Alle Kreditkarten mit Loungezugang & Priority Pass im Vergleich
- Meilen sammeln mit Kreditkarten – Der große Vergleich


