Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer, die ihre Geschäftsausgaben zum Meilensammeln nutzen möchten, müssen sich in Deutschland im Wesentlichen zwischen zwei Systemen entscheiden: Mit den American Express Business Kreditkarten sammelt ihr flexible Membership Rewards Punkte, mit den Miles & More Business Kreditkarten direkt Miles & More Meilen. Beide Produktwelten bieten dabei sowohl günstige Einstiegskarten als auch umfangreichere Varianten für Vielreisende.
Welche Business-Kreditkarte besser ist, hängt deshalb stark vom Sammelziel ab. American Express bietet die größere Flexibilität bei der späteren Verwendung der Punkte, sehr viele kostenlose Zusatzkarten und mit der American Express Business Platinum Card ein echtes Premiumprodukt. Miles & More punktet dagegen mit der höheren direkten Miles & More Sammelrate, dem Schutz vor dem Meilenverfall, der Mastercard-Akzeptanz und niedrigeren Grundgebühren. Dieser Vergleich bezieht sich auf die in Deutschland angebotenen Business-Kreditkarten.
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick
Der wichtigste Unterschied zwischen den American Express Business Kreditkarten und den Miles & More Business Kreditkarten ist die gesammelte Punktewährung. American Express schreibt Membership Rewards Punkte gut, die ihr erst später zu verschiedenen Vielflieger- und Hotelprogrammen übertragen könnt. Miles & More schreibt die mit der Kreditkarte gesammelten Meilen dagegen direkt dem Miles & More Konto gut.
Hinzu kommen deutliche Unterschiede bei Zusatzkarten, Reiseleistungen und Kartenpreisen. Während American Express insbesondere mit der American Express Business Platinum Card ein umfangreiches Premium-Paket anbietet, sind die Miles & More Business Kreditkarten stärker auf das direkte Meilensammeln und den Schutz des Miles & More Guthabens ausgerichtet.
| Leistung | American Express Business | Miles & More Business |
|---|---|---|
| Kartenportfolio | Business Green, Business Gold, Business Platinum | Blue Business, Gold Business sowie Statusvarianten |
| Günstigste reguläre Variante | Business Green: 70 Euro/Jahr; Membership Rewards optional für 30 Euro/Jahr | Blue Business: 5,50 Euro/Monat beziehungsweise 66 Euro/Jahr |
| Premiumprodukt | Business Platinum: 850 Euro/Jahr | Kein direkt vergleichbares Premiumprodukt |
| Punktewährung | Membership Rewards Punkte | Miles & More Meilen |
| Reguläre Sammelrate | 1 Membership Rewards Punkt je 1 Euro Umsatz | 1 Miles & More Meile je 1 Euro Umsatz |
| Erhöhte Sammelrate | 1,5 Membership Rewards Punkte je 1 Euro mit Membership Rewards Turbo | 1 zusätzliche Meile je 1 Euro mit Miles Plus |
| Transfermöglichkeiten | Direkt oder indirekt zu 14 Vielfliegerprogrammen und 4 Hotelprogrammen | Keine Transfers – direkte Gutschrift bei Miles & More |
| Effektive Miles & More Sammelrate | 0,33 Meilen je 1 Euro beziehungsweise 0,5 Meilen mit Turbo | 1 Meile je 1 Euro |
| Schutz vor Miles & More Meilenverfall | Nein | Ja |
| Mitarbeiter-/Partnerkarten | Bis zu 99 kostenlose geschäftliche Zusatzkarten bei Business Gold und Business Platinum; Punkte laufen beim Hauptkonto zusammen | Kostenpflichtige Business-Partnerkarten verfügbar; Meilen werden dem eigenen Miles & More Konto des Partnerkarteninhabers gutgeschrieben |
| Reiseguthaben und Lifestyle-Guthaben | Insbesondere Business Platinum mit über 1.400 Euro Nominalwert jährlich | Keine vergleichbaren festen jährlichen Kartenguthaben |
| Loungezugang | Umfangreich mit der Business Platinum Card | Nicht als eigenständiger Kreditkartenvorteil enthalten |
| Kartenakzeptanz | Geringer als Mastercard | Sehr hoch dank Mastercard |
| Fremdwährungsentgelt | 2 Prozent | 1,95 Prozent |
| Bargeldabhebungen | 4 Prozent, mindestens 5 Euro | 2 Prozent, mindestens 5 Euro; bei bestimmten Karten Vorteile für Auslandsabhebungen |
Kurzfazit: Wollt ihr möglichst flexibel Punkte sammeln, mehrere Mitarbeiterkarten zentral in einem Punktekonto bündeln oder umfangreiche Premium-Reiseleistungen nutzen, ist American Express stärker. Stehen dagegen möglichst viele Miles & More Meilen pro Euro, der Schutz vor dem Meilenverfall, eine hohe Kartenakzeptanz und niedrige laufende Kosten im Vordergrund, sind die Miles & More Business Kreditkarten im Vorteil.
Die wichtigsten Gemeinsamkeiten
Beide Produkte richten sich an Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen und ermöglichen es, geschäftliche Ausgaben systematisch zum Meilen- beziehungsweise Punktesammeln zu nutzen. Gerade bei höheren Waren-, Reise-, Marketing- oder sonstigen Betriebsausgaben können dadurch deutlich mehr Meilen zusammenkommen als bei der privaten Nutzung einer Kreditkarte.
American Express und Miles & More bieten außerdem unterschiedliche Kartenvarianten für verschiedene Ansprüche. Neben günstigen Einstiegskarten gibt es jeweils Produkte mit Reiseversicherungen und zusätzlichen Serviceleistungen. Auch zusätzliche Karten für weitere Nutzer sind bei beiden Anbietern möglich, wenngleich sich die konkrete Funktionsweise deutlich unterscheidet.
Die Unterschiede im Detail
Im Folgenden vergleichen wir die wichtigsten Unterschiede der American Express Business Kreditkarten und der Miles & More Business Kreditkarten im Detail. Neben Kartenpreisen, Willkommensboni und Sammelraten spielen dabei insbesondere die Flexibilität der Punktewährung, der Schutz vor dem Meilenverfall, Zusatzkarten sowie Reiseleistungen eine Rolle.
Welche Business-Kreditkarten gibt es?
American Express deckt mit drei Karten ein breiteres Leistungsspektrum ab. Die American Express Business Card bildet den Einstieg. Die American Express Business Gold Card kombiniert Membership Rewards mit Versicherungen, Zusatzkarten und einem jährlichen Dell-Technologies-Guthaben. Die American Express Business Platinum Card ist das Premiumprodukt mit Loungezugang, umfangreichen Reiseleistungen, Guthaben und Statusvorteilen.
Bei Miles & More bilden die Miles & More Blue Kreditkarte Business und die Miles & More Gold Kreditkarte Business die beiden regulären Kartenvarianten. Die Blue Business ist das günstigere Einstiegsprodukt und konzentriert sich im Wesentlichen auf das Sammeln von Miles & More Meilen und den Schutz vor dem Meilenverfall. Die Miles & More Gold Kreditkarte Business ergänzt diese Leistungen unter anderem um ein Premium-Versicherungspaket und weitere Reiseservices.
Eine Besonderheit bei Miles & More sind die Business-Kreditkarten für Statusinhaber. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen Selbstständigen und klassischen Unternehmen. Für Selbstständige und Freiberufler werden neben Blue und Gold auch die entsprechenden Statusvarianten angeboten. Frequent Traveller können die Miles & More Frequent Traveller Kreditkarte Business für 5,41 Euro pro Monat erhalten. Senatoren und HON Circle Member zahlen für ihre jeweilige Business-Kreditkarte keinen monatlichen Kartenpreis. Die Statusvarianten basieren grundsätzlich auf dem Leistungsumfang der Gold Business, wobei die Miles & More HON Circle Kreditkarte Business zusätzliche Leistungen wie ein Premium-Versicherungspaket ohne Selbstbeteiligung und einen Lifestyle Concierge Service bietet.
15.000 Euro Mindestumsatz in den ersten 6 Monaten erforderlich
Kann jederzeit enden
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- 1.400+ Euro Guthaben jährlich (Reise: 200 €, SIXT ride: 200 €, Sixt+ Auto Abo: 240 €, Dell: 200 €, eBuero: 300 €, Office Club: 300 €)
- Zusätzliche Punkte und Rabatte dank Amex Offers
- Bei 14 Vielfliegerprogrammen und 4 Hotelprogrammen gleichzeitig Meilen/Punkte sammeln (inkl. Miles & More)
- 1 Punkt je 1 Euro Umsatz (1,5 Punkte/Euro mit dem Membership Rewards Turbo) – entspricht bis zu 1,2 Meilen je 1 Euro
- Kostenloser Loungezugang (2 × Priority Pass, Centurion, Plaza Premium, etc.)
- Zahlreiche Vorteile und Rabatte bei Condor
- Statusvorteile bei zahlreichen Hotelprogrammen
- Umfangreiche Reise- und Mietwagen-Versicherungsleistungen
- Bis zu 99 kostenlose (!) Zusatzkarten
- Mit den Zusatzkarten gesammelte Punkte werden dem Hauptkonto gutgeschrieben
10.000 Euro Mindestumsatz in den ersten 6 Monaten erforderlich
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- 100 Euro Dell Guthaben jährlich
- Bei 14 Vielfliegerprogrammen und 4 Hotelprogrammen gleichzeitig Meilen/Punkte sammeln (inkl. Miles & More)
- 1 Punkt je 1 Euro Umsatz (1,5 Punkte/Euro mit dem Membership Rewards Turbo) – entspricht bis zu 1,2 Meilen je 1 Euro
- Kostenlose Teilnahme am Membership Rewards Programm
- 99 Zusatzkarten enthalten
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- 1 Meile je 1 Euro Umsatz sammeln
- Sofortiger und uneingeschränkter Schutz vor Meilenverfall
- Umfangreiche Reise- und Mietwagenversicherungen
- Marriott Bonvoy Silver Elite Status
- Prämienmeilen in Statuspunkte umwandeln
- Avis Vorteile (Preferred Plus Status, bis 30 % Rabatt, 5 Meilen/Euro)
- Wolt+ ohne Grundgebühr
- FlexiRoam Datenvolumen
- Verwaltung über die Miles & More App
- Wunsch-PIN
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- 1 Meile je 1 Euro Umsatz sammeln
- Sofortiger und uneingeschränkter Schutz vor Meilenverfall
- Avis Vorteile (bis 25 % Rabatt, 4 Meilen/Euro)
- 6 Monate Wolt+ ohne Grundgebühr
- Verwaltung über die Miles & More App
- Wunsch-PIN
American Express Business Green Card
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- Bei 14 Vielfliegerprogrammen und 4 Hotelprogrammen gleichzeitig Meilen/Punkte sammeln (inkl. Miles & More)
- 1 Punkt je 1 Euro Umsatz (1,5 Punkte/Euro mit dem Membership Rewards Turbo) – entspricht bis zu 1,2 Meilen je 1 Euro
- Mit den Zusatzkarten gesammelte Punkte werden dem Hauptkonto gutgeschrieben
Im Einstiegs- und mittleren Preissegment gibt es damit bei beiden Anbietern vergleichbare Optionen. Im echten Premiumsegment hat American Express mit der Business Platinum Card dagegen ein Alleinstellungsmerkmal. Einen ausführlichen Vergleich der beiden höherwertigen American Express Produkte findet ihr in unserem Vergleich der American Express Business Platinum Card und Business Gold Card.
Willkommensbonus
Beim Willkommensbonus liegen die American Express Business Kreditkarten regelmäßig deutlich vor den Miles & More Business Kreditkarten. Aktuell wird die American Express Business Gold Card mit 50.000 Membership Rewards Punkten angeboten. Voraussetzung sind 10.000 Euro Kartenumsatz innerhalb der ersten sechs Monate. Gleichzeitig entfällt im ersten Jahr die Jahresgebühr. Noch deutlich höher fällt der aktuelle Bonus der American Express Business Platinum Card aus. Derzeit werden 200.000 Membership Rewards Punkte angeboten, wenn innerhalb der ersten sechs Monate mindestens 15.000 Euro umgesetzt werden. Abhängig vom gewählten Transferpartner können daraus bis zu 160.000 Vielfliegermeilen werden.
Bei der Miles & More Gold Kreditkarte Business sowie den Statusvarianten werden bis zum 31. Dezember 2026 jeweils 4.000 Miles & More Meilen und 40 Points als Willkommensbonus angeboten. Die Miles & More Blue Kreditkarte Business bietet 1.000 Meilen und 40 Points. Zusätzlich entfällt bei Beantragung der Blue Business für Selbstständige und Freiberufler bis zum 30. September 2026 der Kartenpreis für die ersten zwölf Abrechnungsmonate.
Zwischenfazit: Beim reinen Willkommensbonus gewinnt American Express sehr deutlich. Dafür setzen die hohen American Express Boni auch entsprechend hohe Mindestumsätze voraus. Gerade bei Business-Kreditkarten können 10.000 oder 15.000 Euro innerhalb von sechs Monaten allerdings für Unternehmen mit regelmäßigen Betriebsausgaben deutlich leichter erreichbar sein als für Privatpersonen.
Membership Rewards Punkte oder Miles & More Meilen?
Strategisch ist die Punktewährung der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Systemen. Mit einer Miles & More Business Kreditkarte sammelt ihr ausschließlich Miles & More Meilen. Das ist unkompliziert und attraktiv, wenn Miles & More ohnehin euer bevorzugtes Programm ist.
American Express Membership Rewards ist dagegen eine flexible Punktewährung. In Deutschland lassen sich Membership Rewards Punkte direkt oder indirekt zu insgesamt 14 Vielfliegerprogrammen und direkt zu vier Hotelprogrammen übertragen. Dazu gehören unter anderem der British Airways Club, Air France/KLM Flying Blue, Singapore Airlines KrisFlyer, Emirates Skywards und SAS EuroBonus. Auch Miles & More ist auf indirektem Weg erreichbar.
Diese Flexibilität ist gerade bei Prämienflügen wertvoll. Statt bereits beim Bezahlen festzulegen, bei welchem Programm eure Meilen liegen sollen, könnt ihr die Membership Rewards Punkte zunächst bei American Express sammeln und erst dann übertragen, wenn ihr einen konkreten Prämienflug gefunden habt. Die verschiedenen Möglichkeiten haben wir in unserem Artikel zum Umwandeln von Membership Rewards Punkten in Meilen zusammengefasst.
Zwischenfazit: Wer flexibel bleiben möchte, fährt mit Membership Rewards besser. Wer ausschließlich Miles & More nutzt und keine andere Punktewährung benötigt, profitiert von der einfacheren direkten Gutschrift der Miles & More Business Kreditkarten.

Miles & More Meilen mit American Express sammeln
Miles & More ist in Deutschland kein direkter Transferpartner von American Express. Membership Rewards Punkte können allerdings zunächst im Verhältnis von 3:1 zu Payback übertragen werden. Payback Punkte lassen sich anschließend im Verhältnis von 1:1 in Miles & More Meilen umwandeln. Aus 3.000 Membership Rewards Punkten werden auf diesem Weg 1.000 Miles & More Meilen.
Die effektive Miles & More Sammelrate mit American Express beträgt daher regulär etwa 0,33 Meilen je 1 Euro Kartenumsatz. Mit aktiviertem Membership Rewards Turbo steigt sie auf 0,5 Miles & More Meilen je 1 Euro. Wie der Transfer funktioniert, erklären wir ausführlich in unserem Artikel zum Umwandeln von American Express Membership Rewards Punkten in Miles & More Meilen.
Wer ausschließlich Miles & More Meilen sammeln möchte, erhält mit den Business-Kreditkarten von Miles & More damit die klar bessere Grundsammelrate.
Meilen und Punkte mit Kartenumsätzen sammeln
Mit allen American Express Business Kreditkarten, die am Membership Rewards Programm teilnehmen, sammelt ihr regulär einen Membership Rewards Punkt je 1 Euro Kartenumsatz. Für 15 Euro pro Jahr kann der Membership Rewards Turbo aktiviert werden. Dadurch erhöht sich die Sammelrate auf 1,5 Membership Rewards Punkte je 1 Euro Umsatz. Der Turbo ist auf 20.000 zusätzliche Membership Rewards Punkte innerhalb von zwölf Monaten begrenzt. Da jeder umgesetzte Euro einen halben zusätzlichen Punkt generiert, gilt die erhöhte Sammelrate bis zu einem Umsatz von 40.000 Euro innerhalb dieses Zeitraums. Danach sammelt ihr wieder einen Punkt je 1 Euro. Mit den Miles & More Business Kreditkarten sammelt ihr dagegen bereits ohne Zusatzpaket eine Miles & More Meile je 1 Euro Kartenumsatz. Damit ist die Sammelrate doppelt so hoch wie bei den privaten Miles & More Kreditkarten.
Ein Beispiel verdeutlicht die Unterschiede. Bei 20.000 Euro geschäftlichem Kartenumsatz ergeben sich:
- 20.000 Membership Rewards Punkte ohne Turbo
- 30.000 Membership Rewards Punkte mit Turbo
- bis zu 24.000 Vielfliegermeilen bei einem Membership-Rewards-Transferverhältnis von 5:4 und aktiviertem Turbo
- 10.000 Miles & More Meilen beim indirekten Transfer der 30.000 Membership Rewards Punkte über Payback
- 20.000 Miles & More Meilen mit einer Miles & More Business Kreditkarte
Zwischenfazit: Für Miles & More ist die Business-Kreditkarte von Miles & More klar stärker. Für andere Programme kann American Express mit dem Turbo dagegen die höhere effektive Sammelrate bieten und zusätzlich mit der Flexibilität der Punkte punkten.
Schutz vor dem Miles & More Meilenverfall
Ein wichtiger Vorteil der Miles & More Blue und Gold Kreditkarte Business ist der automatische Schutz des gesamten Miles & More Meilenguthabens. Nach Ausstellung der Karte sind die vorhandenen und neu gesammelten Meilen unbegrenzt gültig. Ein bestimmter Kartenumsatz ist dafür nicht erforderlich. Weitere Details findet ihr in unserem Artikel zur Gültigkeit und zum Verfall von Miles & More Meilen.
American Express kann das Miles & More Meilenkonto nicht vor dem Verfall schützen. Dafür müssen Membership Rewards Punkte nicht bereits vorsorglich zu einem Vielfliegerprogramm übertragen werden. Solange ein entsprechendes Membership Rewards Konto besteht, können die Punkte zunächst flexibel bei American Express verbleiben und erst bei Bedarf transferiert werden.
Zwischenfazit: Wer bereits ein größeres Miles & More Guthaben besitzt und dieses unkompliziert vor dem Verfall schützen möchte, hat mit einer Miles & More Business Kreditkarte einen klaren Vorteil.
Zusatz- und Partnerkarten für Mitarbeiter
Gerade im Geschäftsumfeld können zusätzliche Karten einen erheblichen Unterschied bei der Zahl der gesammelten Punkte machen. Werden beispielsweise Dienstreisen, Software-Abonnements, Werbekosten oder andere Ausgaben von verschiedenen Mitarbeitern bezahlt, lassen sich diese Umsätze über Zusatzkarten ebenfalls zum Punktesammeln nutzen.
Hier besitzt American Express einen besonders großen Vorteil. Bei der American Express Business Gold Card sind bis zu 99 Business Gold Zusatzkarten enthalten. Bei der American Express Business Platinum Card umfasst das Paket eine Business Platinum Zusatzkarte und bis zu 98 Business Gold Zusatzkarten. Die mit den geschäftlichen Zusatzkarten gesammelten Membership Rewards Punkte werden dem Punktekonto der Hauptkarte gutgeschrieben. Damit können die Ausgaben vieler Mitarbeiter in einem zentralen Punktepool zusammenlaufen.
Zusätzlich enthält die Business Platinum Card eine private Platinum Plus Card Haupt- und Zusatzkarte aus Plastik ohne weiteres Kartenentgelt. Sie ermöglicht eine klarere Trennung zwischen geschäftlichen und privaten Ausgaben. Mehr zu den Möglichkeiten findet ihr in unserem Artikel zu den American Express Business Zusatzkarten.
Für die Miles & More Blue und Gold Kreditkarte Business können inzwischen Business-Partnerkarten beantragt werden, wie der Miles & More Webseite zu entnehmen ist. Eine Blue Business Partnerkarte kostet 4,40 Euro pro Monat, eine Gold Business Partnerkarte 7,90 Euro pro Monat. Das Sammelprinzip unterscheidet sich jedoch grundlegend von American Express. Die mit einer Miles & More Partnerkarte gesammelten Meilen werden dem eigenen Miles & More Konto des Partnerkarteninhabers gutgeschrieben. Die Abrechnung erfolgt zwar über das Abrechnungskonto und innerhalb des Verfügungsrahmens der Hauptkarte, ein zentraler Meilenpool beim Hauptkarteninhaber entsteht jedoch nicht automatisch.
Zwischenfazit: Wer viele Mitarbeiter mit Karten ausstatten und die daraus resultierenden Punkte zentral sammeln möchte, findet bei American Express das deutlich stärkere System. Miles & More bietet inzwischen ebenfalls Business-Partnerkarten, verteilt die gesammelten Meilen aber auf die persönlichen Miles & More Konten der Karteninhaber.
Jahresgebühr, Guthaben und Zahlungsziel
Bei den reinen Kartenpreisen ist Miles & More deutlich günstiger. Die Miles & More Blue Kreditkarte Business kostet regulär 66 Euro pro Jahr, die Gold Kreditkarte Business 138 Euro. Frequent Traveller zahlen für ihre Statusvariante 5,41 Euro pro Monat, Senatoren und HON Circle Member erhalten die jeweilige Business-Statuskarte ohne monatlichen Kartenpreis.
Bei American Express kostet die Business Card ab dem zweiten Jahr 70 Euro jährlich; für Membership Rewards fallen dort zusätzlich 30 Euro im Jahr an. Die American Express Business Gold Card ist im ersten Jahr beitragsfrei und kostet anschließend 175 Euro jährlich. Dafür sind unter anderem Membership Rewards, bis zu 99 kostenlose Zusatzkarten und jährlich 100 Euro Dell-Technologies-Guthaben enthalten.
Die Business Platinum Card spielt mit 850 Euro Jahresgebühr in einer anderen Kategorie. Ihr stehen allerdings Guthaben mit einem Nominalwert von über 1.400 Euro gegenüber. Dazu gehören derzeit unter anderem 200 Euro Online-Reiseguthaben, bis zu 440 Euro Mobilitätsguthaben, 200 Euro Dell-Technologies-Guthaben sowie bis zu 600 Euro für Co-Working- und Telefonservices. Entscheidend ist allerdings nicht der Nominalwert, sondern welche dieser Guthaben ihr ohne zusätzliche oder unnötige Ausgaben tatsächlich nutzen könnt.
Für Unternehmen kann außerdem das Zahlungsziel relevant sein. Bei der American Express Business Gold Card sind auf Wunsch bis zu 50 Tage, bei der Business Platinum Card bis zu 58 Tage zwischen Ausgabe und Zahlung möglich. Dies kann insbesondere bei schwankenden Zahlungseingängen einen zusätzlichen Liquiditätsvorteil darstellen.
Zwischenfazit: Soll die Business-Kreditkarte vor allem günstig Meilen sammeln, ist Miles & More preislich im Vorteil. American Express rechtfertigt die höheren Kartenpreise über zusätzliche Leistungen, Guthaben, Zusatzkarten und bei der Business Gold Card und der Business Platinum Card ein längeres Zahlungsziel.
Versicherungen
Der Versicherungsumfang hängt bei beiden Anbietern stark von der gewählten Kartenvariante ab. Eine reine Aufzählung der Versicherungen greift deshalb zu kurz. Relevant sind insbesondere Karteneinsatz, versicherte Personen, maximale Reisedauer, Versicherungssummen, Selbstbehalte und Ausschlüsse.
Bei Miles & More umfasst das Premium-Versicherungspaket der Gold Kreditkarte Business unter anderem eine Reise-Krankenversicherung, eine Reiserücktritts- und Reiseabbruch-Versicherung sowie eine Mietwagen-Zusatz-Versicherung. Der Versicherungsschutz der Business-Produkte ist dabei auf Geschäftsreisen ausgerichtet. Auch die Business-Statuskarten verfügen über entsprechende Reiseleistungen.
American Express bietet bereits bei der Business Card einen Basis-Versicherungsschutz. Mit der Business Gold Card wird das Paket umfangreicher, während die Business Platinum Card die breiteste Absicherung bietet. Wer Versicherungen als wichtiges Entscheidungskriterium betrachtet, sollte deshalb nicht nur American Express und Miles & More miteinander vergleichen, sondern auch die jeweilige Kartenstufe berücksichtigen.
Die Bedingungen haben wir ausführlich in den Artikeln zu den Versicherungen der American Express Business Kreditkarten und den Versicherungen der Miles & More Kreditkarten analysiert.
Loungezugang, Statusvorteile und weitere Reiseleistungen
Bei den Reiseleistungen setzt sich insbesondere die American Express Business Platinum Card von allen anderen Karten im Vergleich ab. Zum Paket gehören unter anderem zwei Priority Pass Mitgliedschaften: eine für den Hauptkarteninhaber und eine für den Inhaber der Business Platinum Zusatzkarte. Beide ermöglichen jeweils die Mitnahme einer Begleitperson. Hinzu kommen der Zugang zu weiteren American Express und Partner-Lounges sowie Status- und Sondervorteile bei verschiedenen Hotel- und Mietwagenprogrammen.
So funktioniert der Priority Pass für die American Express Kreditkarten
Die Miles & More Gold Kreditkarte Business bietet keinen vergleichbaren eigenständigen Loungezugang, enthält aber verschiedene Partnerleistungen. Dazu gehören unter anderem der Marriott Bonvoy Silver Elite Status, Vorteile bei Avis, Wolt+ und Flexiroam sowie die Möglichkeit, mit Kreditkartenumsätzen gesammelte Meilen in Points und Qualifying Points umzuwandeln.
Frequent Traveller, Senatoren und HON Circle Member können eine günstigere beziehungsweise kostenlose Miles & More Business-Statuskarte erhalten. Der jeweilige Loungezugang ergibt sich dabei allerdings aus dem vorhandenen Vielfliegerstatus und nicht daraus, dass die Kreditkarte selbst einen neuen Status verleiht.
Zwischenfazit: Für Vielreisende, die Loungezugang, Hotelstatus, Guthaben und weitere Premiumleistungen regelmäßig nutzen, ist die American Express Business Platinum Card das mit Abstand umfangreichste Produkt im Vergleich. Miles & More konzentriert sich stärker auf programmnahe Vorteile.
Kartenakzeptanz, Fremdwährungen und Bargeld
Bei der Akzeptanz besitzt Miles & More einen strukturellen Vorteil. Die Karten werden als Mastercard herausgegeben und können damit an deutlich mehr Akzeptanzstellen eingesetzt werden als American Express. In Deutschland ist die American Express Akzeptanz bei großen Händlern, Airlines, Hotels, Mietwagenfirmen und vielen Online-Anbietern inzwischen gut, bei kleineren Händlern bleibt eine Mastercard beziehungsweise Visa jedoch die zuverlässigere Lösung.
Bei Fremdwährungsumsätzen sind die Unterschiede gering. American Express berechnet zwei Prozent, bei den Miles & More Kreditkarten fallen 1,95 Prozent an. Regelmäßige Zahlungen in Fremdwährungen sind damit bei beiden Produktwelten vergleichsweise teuer.
Größer ist der Unterschied beim Bargeld. American Express verlangt regulär vier Prozent des abgehobenen Betrags, mindestens fünf Euro. Bei Miles & More werden zwei Prozent des abgehobenen Betrags, mindestens fünf Euro, berechnet. Bei den Gold- und Statuskarten entfällt bei den ersten zwei Abhebungen pro Kalenderjahr außerhalb Deutschlands das Transaktionsentgelt der Deutschen Bank; ein gegebenenfalls anfallendes Fremdwährungsentgelt und Entgelte des Geldautomatenbetreibers bleiben jedoch bestehen.
Zwischenfazit: Als möglichst universell einsetzbare Geschäftskreditkarte ist Miles & More beziehungsweise Mastercard im Vorteil. Für häufige Fremdwährungsumsätze oder Bargeldabhebungen sind aber beide Systeme nur eingeschränkt geeignet.
Für wen lohnen sich die American Express Business Kreditkarten?
Die American Express Business Kreditkarten eignen sich vor allem für Unternehmer, die ihre Geschäftsausgaben nicht dauerhaft an ein einzelnes Vielfliegerprogramm binden möchten. Membership Rewards Punkte lassen sich zunächst flexibel sammeln und später passend zum gewünschten Prämienflug übertragen.
Besonders stark ist American Express zudem für Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern. Die zahlreichen kostenlosen Zusatzkarten der Business Gold Card und Business Platinum Card ermöglichen es, größere Teile der Geschäftsausgaben über ein gemeinsames System abzuwickeln und die dadurch generierten Membership Rewards Punkte zentral beim Hauptkarteninhaber zu sammeln.
- American Express Business Card: interessant für einen günstigen Einstieg, wenn nur wenige Zusatzleistungen benötigt werden.
- American Express Business Gold Card: besonders attraktiv für Selbstständige und Unternehmen, die flexibel Punkte sammeln, Zusatzkarten nutzen und gleichzeitig eine moderate Jahresgebühr zahlen möchten.
- American Express Business Platinum Card: sinnvoll für Vielreisende und Unternehmen mit höheren Ausgaben, die Loungezugang, Guthaben, Reisevorteile, Versicherungen und zahlreiche Zusatzkarten tatsächlich nutzen können.
Weniger geeignet ist American Express, wenn fast ausschließlich Miles & More Meilen gesammelt werden sollen oder eine einzige Karte möglichst überall akzeptiert werden muss.
Für wen lohnen sich die Miles & More Business Kreditkarten?
Die Miles & More Business Kreditkarten sind die naheliegende Wahl für Unternehmer mit klarem Fokus auf Miles & More. Eine Meile je 1 Euro Umsatz ist die reguläre Sammelrate für meilenfähige geschäftliche Kartenumsätze. Hinzu kommt der Schutz des gesamten Miles & More Meilenguthabens vor dem Verfall. Wer über mehrere Jahre auf einen Prämienflug spart oder bereits einen großen Meilenbestand besitzt, kann allein dadurch einen wichtigen Grund für das dauerhafte Halten einer Miles & More Business Kreditkarte haben.
- Miles & More Blue Kreditkarte Business: die günstigste Lösung für direktes Miles & More Sammeln und den Schutz vor Meilenverfall.
- Miles & More Gold Kreditkarte Business: sinnvoll, wenn zusätzlich das Reiseversicherungspaket und die Partnerleistungen genutzt werden.
Weniger geeignet ist Miles & More für Unternehmen, die flexible Punkte bei unterschiedlichen Vielfliegerprogrammen sammeln oder die Umsätze einer großen Zahl von Mitarbeitern in einem einzigen zentralen Meilenkonto bündeln möchten.
Können sich American Express Business und Miles & More Business gleichzeitig lohnen?
Ja. Für viele Unternehmer können sich beide Systeme sogar sehr gut ergänzen. American Express kann als primäre Sammelkarte überall dort eingesetzt werden, wo die Karte akzeptiert wird. So entstehen flexible Membership Rewards Punkte und – abhängig von der Karte – zusätzliche Guthaben und Reisevorteile.
Eine Miles & More Business Mastercard kann parallel als breit akzeptierte Zweitkarte dienen und zugleich das Miles & More Guthaben vor dem Verfall schützen. Geschäftsausgaben bei Händlern, die American Express nicht akzeptieren, generieren auf diese Weise weiterhin Meilen.
Eine vergleichsweise günstige Kombination besteht beispielsweise aus der American Express Business Gold Card und der Miles & More Blue Kreditkarte Business. Die American Express Karte übernimmt dabei die Rolle der primären Sammelkarte, während die Miles & More Blue Business als Mastercard-Zweitkarte dient und gleichzeitig den Meilenverfall verhindert.
Auch die Kombination aus American Express Business Platinum Card und Miles & More Blue Kreditkarte Business kann sinnvoll sein. Wer die Premiumleistungen der Business Platinum ohnehin nutzt, benötigt von Miles & More nicht zwingend noch einmal das umfangreichere Gold-Versicherungspaket. Die günstigere Blue Business kann dann für Mastercard-Akzeptanz und Meilenschutz ausreichen.
American Express Business vs. Miles & More Business – Fazit
Einen allgemeingültigen Gewinner gibt es nicht. Die beiden Produktwelten lösen unterschiedliche Probleme. American Express ist das stärkere System für flexible Meilensammler, Unternehmen mit vielen Zusatzkarten und Vielreisende, die umfangreiche Premiumleistungen nutzen. Die Membership Rewards Punkte können erst kurz vor der Einlösung zum passenden Vielfliegerprogramm übertragen werden, wodurch ihr euch beim Sammeln nicht frühzeitig festlegen müsst.
Die Miles & More Business Kreditkarten empfehlen sich dagegen bei klarem Fokus auf Miles & More. Mit einer Meile je 1 Euro Umsatz bieten sie die deutlich höhere direkte Miles & More Sammelrate, schützen das gesamte Meilenguthaben vor dem Verfall und überzeugen als Mastercard mit einer höheren Akzeptanz. Mit regulär 66 beziehungsweise 138 Euro pro Jahr bleiben Blue und Gold zudem vergleichsweise günstig.
Für viele Selbstständige dürfte die American Express Business Gold Card das passende American Express Produkt sein, wenn nur das flexible Meilensammeln im Mittelpunkt steht. Vielreisende mit entsprechender Nutzung der Guthaben und Reisevorteile sollten die American Express Business Platinum Card prüfen. Wer hingegen ausschließlich Miles & More Meilen sammeln möchte, fährt mit der Miles & More Blue oder Gold Kreditkarte Business besser.
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