Die Miles & More Kreditkarte gibt es in mehreren Varianten: Miles & More Gold Kreditkarte, Miles & More Blue Kreditkarte, Miles & More MyFlex Kreditkarte sowie als Miles & More Frequent Traveller Kreditkarte, Miles & More Senator Kreditkarte und Miles & More HON Circle Kreditkarte. Hinzu kommt jeweils eine Business-Variante. Welche davon die beste Wahl ist, hängt stark davon ab, ob ihr vor allem Meilen sammeln, eure Miles & More Meilen vor dem Verfall schützen, Reiseversicherungen nutzen oder geschäftliche Umsätze in Meilen umwandeln möchtet. In diesem Artikel vergleichen wir die alle Miles & More Kreditkarten, zeigen die zentralen Unterschiede und erklären anhand konkreter Beispiele, wann sich welche Karte lohnt. Außerdem werfen wir einen Blick auf Alternativen wie die Eurowings Kreditkarten und die Payback American Express Kreditkarte.
Welche Miles & More Kreditkarte lohnt sich? – Die kurze Antwort
Für die meisten Meilensammler ohne Vielfliegerstatus ist die Miles & More Gold Kreditkarte die beste Allround-Lösung, wenn der Meilenschutz, die Reiseversicherungen und die Zusatzleistungen tatsächlich genutzt werden. Wer dagegen nur seine Miles & More Meilen vor dem Verfall schützen möchte, fährt mit der Miles & More Blue Kreditkarte günstiger.
Die kostenlose Miles & More MyFlex Kreditkarte lohnt sich nur für Nutzer, die ihre Abrechnung konsequent manuell vollständig ausgleichen und keinen Meilenschutz benötigen. Selbstständige sollten die Miles & More Business Kreditkarten prüfen, da diese mit 1 Meile je 1 Euro Umsatz doppelt so schnell sammeln wie die privaten Karten. Für Statusinhaber ist die jeweilige Statuskreditkarte die einzige Wahl.
| Nutzertyp | Beste Wahl | Warum? |
|---|---|---|
| Meilensammler ohne Status, die Meilen vor dem Verfall schützen möchten | Miles & More Blue Kreditkarte | Günstigste klassische Miles & More Kreditkarte mit Meilenschutz |
| Meilensammler, die zusätzlich Reiseversicherungen nutzen | Miles & More Gold Kreditkarte | Meilenschutz, Versicherungen und Zusatzleistungen in einem Paket |
| Selbstständige mit hohen geschäftlichen Ausgaben | Miles & More Gold Kreditkarte Business oder Miles & More Blue Kreditkarte Business | 1 Meile je 1 Euro Umsatz statt 1 Meile je 2 Euro Umsatz |
| Frequent Traveller, Senatoren und HON Circle Member | Jeweilige Statuskreditkarte | Besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als die regulären Privatkarten |
| Nutzer, die kostenlos Miles & More Meilen sammeln möchten | Payback American Express Kreditkarte oder Miles & More MyFlex Kreditkarte | Keine Jahresgebühr, aber unterschiedliche Einschränkungen |
| Reisende mit vielen Fremdwährungsumsätzen | Eurowings Kreditkarte Premium | Bessere Gebührenstruktur im Ausland |
Miles & More Kreditkarten im Vergleich
Die wichtigsten Unterschiede zwischen den privaten Miles & More Kreditkarten liegen beim Kartenpreis, beim Meilenschutz, beim Versicherungspaket und bei den Zusatzleistungen. Die Sammelrate ist bei den Privatkarten dagegen identisch: Es gibt 1 Meile je 2 Euro Kartenumsatz.
| Kreditkarte | Kartenpreis | Willkommensbonus | Sammelrate | Meilenschutz | Versicherungen | Weitere Vorteile (Auswahl) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Miles & More Gold Kreditkarte | 11,50 Euro monatlich / 138 Euro jährlich | 4.000 Meilen + 40 Points (bis 31.12.2026) | 1 Meile je 2 Euro Umsatz | Ja | Reise-Krankenversicherung (Ausland), Reiserücktritt- und Reiseabbruch-Versicherung, Mietwagen-Zusatz-Versicherung | Marriott Bonvoy Silver Elite Status; Avis Preferred-Status mit bis zu 30% Rabatt; 2x kostenlose Auslandsabhebungen pro Jahr; Meilentausch in Points |
| Miles & More Blue Kreditkarte | 5,50 Euro monatlich / 66 Euro jährlich | 500 Meilen + 40 Points (bis 31.12.2026) | 1 Meile je 2 Euro Umsatz | Ja | Keine Versicherungen enthalten | 6 Monate kostenloses Wolt+; 25% Rabatt bei Avis; 10% Worldshop-Rabatt (einmalig) |
| Miles & More MyFlex Kreditkarte | 0 Euro | 500 Meilen (bis 31.07.2026) | 1 Meile je 2 Euro Umsatz | Nein | Keine Versicherungen enthalten | 15% Rabatt bei Avis |
| Lufthansa Frequent Traveller Kreditkarte | 5,41 Euro monatlich / 64,92 Euro jährlich | 4.000 Meilen + 40 Points (bis 31.12.2026) | 1 Meile je 2 Euro Umsatz | Ja (über Status) | Reise-Krankenversicherung (Ausland), Reiserücktritt- und Reiseabbruch-Versicherung, Mietwagen-Zusatz-Versicherung | Reduzierte Kartengebühr für Frequent-Traveller-Statusinhaber; gleiche Partnervorteile wie Gold-Karte |
| Lufthansa Senator Kreditkarte | 0 Euro | 4.000 Meilen + 40 Points (bis 31.12.2026) | 1 Meile je 2 Euro Umsatz | Ja (über Status) | Reise-Krankenversicherung (Ausland), Reiserücktritt- und Reiseabbruch-Versicherung, Mietwagen-Zusatz-Versicherung | Kostenlose Kreditkarte für Senator-Statusinhaber; gleiche Partnervorteile wie Gold-Karte |
| Lufthansa HON Circle Kreditkarte | 0 Euro | 4.000 Meilen + 40 Points (bis 31.12.2026) | 1 Meile je 2 Euro Umsatz | Ja (über Status) | Reise-Krankenversicherung (Ausland), Reiserücktritt- und Reiseabbruch-Versicherung, Mietwagen-Zusatz-Versicherung | Kostenlose Kreditkarte für HON-Circle-Mitglieder; gleiche Partnervorteile wie Gold-Karte |
Welche Miles & More Kreditkarte lohnt sich für wen?
Die Miles & More Kreditkarten unterscheiden sich weniger bei der reinen Sammelrate als bei Zusatzleistungen, Meilenschutz, Versicherungen und Zielgruppe. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick darauf, welche Karte zu welchem Nutzungsverhalten passt.
Miles & More Gold Kreditkarte – Die beste Allround-Karte
Die Miles & More Gold Kreditkarte ist die stärkste klassische Miles & More Kreditkarte für Privatkunden ohne Vielfliegerstatus. Sie kostet 11,50 Euro pro Monat, also 138 Euro pro Jahr. Dafür erhalten Karteninhaber neben der regulären Sammelrate von 1 Meile je 2 Euro Umsatz vor allem drei Vorteile: unbegrenzte Meilengültigkeit, ein Premium-Versicherungspaket und mehrere Reise- und Partnerleistungen.
Der wichtigste Vorteil ist der Meilenschutz. Miles & More Meilen verfallen regulär 36 Monate nach der jeweiligen Aktivität zum Quartalsende, sofern kein Schutz greift. Mit einer gültigen Miles & More Gold Kreditkarte bleiben die Meilen direkt nach Ausstellung der Karte unbegrenzt gültig. Das ist besonders wertvoll für Nutzer, die über mehrere Jahre auf einen Business Class Flug oder First Class Flug sparen.
- 4.000 Meilen + 40 Points Willkommensbonus (bis 31.12.2026)
- Aktion: 2,1 % Guthabenzins (bis 30.11.2026)
- 1 Meile je 2 Euro Umsatz sammeln
- Sofortiger und uneingeschränkter Schutz vor Meilenverfall
- Umfangreiche Reise- und Mietwagenversicherungen
- Marriott Bonvoy Silver Elite Status
- Prämienmeilen in Statuspunkte umwandeln
- Avis Vorteile (Preferred Plus Status, bis 30% Rabatt, 5 Meilen/Euro)
- Wolt+ ohne Grundgebühr
- FlexiRoam Datenvolumen
- Verwaltung über die Miles & More App
- Wunsch-PIN
Die Gold Kreditkarte lohnt sich besonders, wenn mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft:
- Ihr habt bereits viele Miles & More Meilen, die vor dem Verfall geschützt werden sollen.
- Ihr nutzt die Reise-Krankenversicherung, Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherung oder Mietwagen-Zusatz-Versicherung realistisch.
- Ihr möchtet die Möglichkeit nutzen, Kreditkartenmeilen in Points und Qualifying Points zu tauschen.
- Ihr profitiert von Partnerleistungen wie Avis Preferred Plus, Marriott Bonvoy Silver Elite Status, Wolt+ oder Flexiroam.
- Ihr wollt eine einfache Komplettlösung aus Kreditkarte, Meilenschutz und Reiseleistungen.
Die Gold Kreditkarte lohnt sich dagegen weniger, wenn ihr bereits über einen Miles & More Status verfügt, kaum reist, keine Versicherungen benötigt oder hohe Fremdwährungsumsätze habt. In diesen Fällen ist entweder eine Statuskreditkarte, die Blue Kreditkarte oder eine andere Reisekreditkarte die bessere Wahl.
Miles & More Blue Kreditkarte – Die günstigste Karte für Meilenschutz
Die Miles & More Blue Kreditkarte kostet 5,50 Euro pro Monat, also 66 Euro pro Jahr. Sie sammelt wie die Gold Kreditkarte 1 Meile je 2 Euro Umsatz und schützt Miles & More Meilen vor dem Verfall. Im Vergleich zur Gold Kreditkarte fehlen aber das Premium-Versicherungspaket und ein Teil der Reise- und Partnerleistungen.
Damit ist die Blue Kreditkarte die beste Wahl für Nutzer, die vor allem ein Ziel haben: Miles & More Meilen vor dem Verfall schützen. Wer keine Reiseversicherungen benötigt und auch die Partnerleistungen der Gold Kreditkarte kaum nutzt, zahlt mit der Blue Kreditkarte nur etwa die Hälfte des Kartenpreises.
- 500 Meilen + 40 Points Willkommensbonus (bis 31.12.2026)
- Aktion: 2,1 % Guthabenzins (bis 30.11.2026)
- 1 Meile je 2 Euro Umsatz sammeln
- Sofortiger und uneingeschränkter Schutz vor Meilenverfall
- Avis Vorteile (bis 25% Rabatt, 4 Meilen/Euro)
- 6 Monate Wolt+ ohne Grundgebühr
- Verwaltung über die Miles & More App
- Wunsch-PIN
Die Blue Kreditkarte lohnt sich besonders, wenn ihr regelmäßig Miles & More Meilen sammelt, aber noch nicht genug Meilen für einen hochwertigen Prämienflug habt. Bei 66 Euro Jahresgebühr kann sich die Karte bereits lohnen, wenn dadurch mehrere Tausend Meilen vor dem Verfall geschützt werden.
Nicht ideal ist die Blue Kreditkarte für Nutzer, die eine echte Reisekreditkarte suchen. Fremdwährungsentgelte, Gebühren für Bargeldabhebungen und fehlende Versicherungen machen sie als alleinige Karte für Auslandsreisen schwach.
Miles & More MyFlex Kreditkarte – Kostenlos, aber nicht risikofrei
Die Miles & More MyFlex Kreditkarte hat keinen monatlichen Kartenpreis und sammelt ebenfalls 1 Meile je 2 Euro Umsatz. Auf den ersten Blick klingt sie daher nach der besten Wahl für alle, die kostenlos Miles & More Meilen sammeln möchten. In der Praxis ist die Karte aber erklärungsbedürftig.
Der zentrale Nachteil: Eine automatische vollständige Rückzahlung der ausstehenden Beträge ist nicht möglich. Die automatische Rückzahlungsrate liegt bei mindestens 10 Prozent beziehungsweise mindestens 50 Euro und kann auf bis zu 50 Prozent erhöht werden. Wer 100 Prozent begleichen möchte, muss dies manuell per Überweisung tun. Auf offene Restbeträge fallen Zinsen an.
Die MyFlex Kreditkarte lohnt sich daher nur unter zwei Bedingungen:
- Ihr gleicht eure Kartenumsätze konsequent vollständig aus.
- Ihr benötigt keinen Meilenschutz.
Wer die Teilzahlung nutzt, riskiert, dass Zinskosten den Wert der gesammelten Meilen deutlich übersteigen. In diesem Fall wird aus einer kostenlosen Meilenkarte schnell eine teure Kreditkarte. Für die meisten Nutzer ist die Payback American Express Kreditkarte die bessere kostenlose Sammelalternative.
Miles & More Frequent Traveller Kreditkarte, Miles & More Senator Kreditkarte und Miles & More HON Circle Kreditkarte
Für Statusinhaber gelten andere Regeln. Frequent Traveller erhalten mit der Miles & More Frequent Traveller Kreditkarte eine Karte mit stark reduziertem Kartenpreis. Senatoren und HON Circle Member können die Miles & More Senator Kreditkarte beziehungsweise die Miles & More HON Circle Kreditkarte ohne monatlichen Kartenpreis erhalten. Wer bereits eine Blue Kreditkarte oder MyFlex Kreditkarte nutzt und in eine statusfähige Karte wechseln möchte, muss die bestehende Karte kündigen und eine neue Karte beantragen.
Für Senatoren und HON Circle Member ist die Entscheidung daher meist einfach: Wenn die Karte ohne monatlichen Kartenpreis angeboten wird, spricht wenig dagegen, sie als Miles & More Kreditkarte zu nutzen. Für Frequent Traveller ist die Karte ebenfalls sehr attraktiv, weil sie viele Leistungen der Gold Kreditkarte zu einem niedrigeren Preis bietet.
Wichtig ist aber auch hier: Die Sammelrate bleibt bei den privaten Statuskreditkarten 1 Meile je 2 Euro Umsatz. Wer hohe geschäftliche Umsätze hat, sollte zusätzlich prüfen, ob eine Business Karte sinnvoll ist.
Welche Miles & More Kreditkarte lohnt sich für Selbstständige?
Für Selbstständige und Freiberufler sind die Miles & More Business Kreditkarten besonders interessant, da sie mit jedem Kartenumsatz 1 Meile je 1 Euro sammeln. Damit ist die Sammelrate doppelt so hoch wie bei den privaten Miles & More Kreditkarten.
| Kreditkarte | Kartenpreis | Willkommensbonus | Sammelrate | Meilenschutz |
|---|---|---|---|---|
| Miles & More Gold Kreditkarte Business | 11,50 Euro monatlich / 138 Euro jährlich | 4.000 Meilen + 40 Points (bis 31.12.2026) | 1 Meile je 1 Euro Umsatz | Ja |
| Miles & More Blue Kreditkarte Business | 5,50 Euro monatlich / 66 Euro jährlich | 1.000 Meilen + 40 Points (bis 31.12.2026) | 1 Meile je 1 Euro Umsatz | Ja |
Die Business-Varianten lohnen sich schneller als die privaten Karten, weil die Sammelrate höher ist. Wer beispielsweise 20.000 Euro geschäftlichen Jahresumsatz über die Miles & More Blue Kreditkarte Business laufen lässt, sammelt 20.000 Meilen. Mit einer privaten Karte wären es nur 10.000 Meilen. Bei einem angenommenen Gegenwert von 1,5 Cent je Meile entspricht die Differenz von 10.000 Meilen einem rechnerischen Mehrwert von 150 Euro.
Wichtig: Business-Kreditkarten dürfen nur für geschäftliche Ausgaben eingesetzt werden. Außerdem unterscheiden sich die Voraussetzungen des Versicherungsschutzes bei privaten und geschäftlichen Karten. Wer eine Business-Karte beantragt, sollte daher nicht nur die Sammelrate, sondern auch die Nutzungsbedingungen prüfen.
Die wichtigsten Vorteile der Miles & More Kreditkarten
Der Wert einer Miles & More Kreditkarte entsteht nicht allein durch die gesammelten Umsatzmeilen. Entscheidend ist die Kombination aus Meilenschutz, Willkommensbonus, Versicherungen und Zusatzleistungen. Die folgenden Vorteile sind für die Bewertung besonders wichtig.
1. Meilenschutz – Der wichtigste Vorteil der Gold Kreditkarte und Blue Kreditkarte
Der Meilenschutz ist für viele Nutzer der Hauptgrund für eine Miles & More Kreditkarte. Wer keine Statuskarte hat und nicht regelmäßig Meilen einlöst, läuft Gefahr, dass Miles & More Meilen 36 Monate nach der jeweiligen Aktivität zum Quartalsende verfallen. Mit einer gültigen Miles & More Gold Kreditkarte oder Blue Kreditkarte bleiben die Meilen direkt nach Kartenausstellung unbegrenzt gültig.
Der Meilenschutz ist besonders wertvoll, wenn größere Prämien geplant sind. Ein Business Class oder First Class Prämienflug erfordert oft mehrere Jahre Sammelzeit. Ohne Meilenschutz können früh gesammelte Meilen verfallen, bevor genug Meilen für das gewünschte Ziel gesammelt wurden.
2. Meilen sammeln im Alltag
Mit den privaten Miles & More Kreditkarten sammelt ihr 1 Meile je 2 Euro Kartenumsatz. Mit den Business-Karten sammelt ihr 1 Meile je 1 Euro Kartenumsatz. Die Karten eignen sich daher vor allem für regelmäßige Alltagsausgaben, Reisebuchungen und geschäftliche Zahlungen.
Bei der Bewertung der Sammelrate sollte man realistisch bleiben. Ausgaben in Höhe von 10.000 Euro pro Jahr bringen bei einer Sammelrate von 1 Meile je 2 Euro Umsatz nur 5.000 Meilen. Bei einem angenommenen Gegenwert von 1,5 Cent je Meile entspricht das 75 Euro rechnerischem Meilenwert. Damit allein lässt sich die Jahresgebühr der Gold Kreditkarte nicht rechtfertigen.
Die Miles & More Kreditkarte lohnt sich daher selten allein wegen der Umsatzmeilen. Der echte Wert entsteht durch die Kombination aus Meilenschutz, Willkommensbonus, Versicherungen und Zusatzleistungen.
3. Premium-Versicherungspaket bei Gold Kreditkarte und Statuskarten
Die Miles & More Gold Kreditkarte enthält ein Premium-Versicherungspaket. Dazu gehören unter anderem eine Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherung, eine Reise-Krankenversicherung und eine Mietwagen-Zusatz-Versicherung. Für Vielreisende kann das einen echten Gegenwert haben.
Der Versicherungsschutz sollte aber nicht blind als voller Kartenwert angesetzt werden. Entscheidend ist, ob ihr diese Versicherungen sonst separat abschließen würdet und ob die Bedingungen zu eurem Reiseverhalten passen. Besonders wichtig sind dabei Selbstbeteiligungen, Höchstbeträge, mitversicherte Personen und die Frage, ob die Reise mit der Karte bezahlt werden muss.
Die Versicherungen der Miles & More Kreditkarten im Vergleich
4. Meilen in Points und Qualifying Points tauschen
Ein besonderer Vorteil der Gold Kreditkarte und bestimmter Statuskarten ist die Möglichkeit, einmal pro Kalenderjahr bis zu 25.000 Meilen in Points und Qualifying Points zu tauschen. Der maximale Tausch von 25.000 Meilen ergibt 100 Points und 100 Qualifying Points.
Dieser Vorteil ist nicht für jeden relevant. Er kann aber sehr wertvoll sein, wenn nur wenige Points oder Qualifying Points für den Frequent Traveller Status oder Senator Status fehlen. Wichtig ist: Es können nur Meilen getauscht werden, die im jeweiligen und im vorhergehenden Kalenderjahr durch Kreditkartenumsätze gesammelt wurden. Willkommens-, Aktions- und Mehrfachmeilen sind ausgeschlossen.
5. Partnerleistungen: Avis, Marriott Bonvoy, Wolt und Flexiroam
Die Miles & More Gold Kreditkarte bietet mehrere Zusatzleistungen bei Partnern. Dazu gehören unter anderem ein Marriott Bonvoy Silver Elite Status, Avis Preferred Plus, Wolt+ und Flexiroam-Datenvolumen. Diese Vorteile können den effektiven Kartenwert erhöhen, sollten aber nicht pauschal überbewertet werden.
Ein Marriott Bonvoy Silver Elite Status ist nett, aber kein entscheidender Grund für die Karte. Avis Preferred Plus kann sich dagegen lohnen, wenn ihr regelmäßig Mietwagen bucht. Wolt+ ist nur dann relevant, wenn der Dienst in eurer Stadt verfügbar ist und ihr ihn tatsächlich nutzt. Flexiroam ist praktisch für einzelne Reisen, ersetzt aber nicht immer eine gute eSIM-Strategie.
6. Guthabenverzinsung als temporärer Zusatzvorteil
Seit dem 1. Juni 2026 wird Guthaben auf der Miles & More Kreditkarte verzinst. Zum Start gibt es einen Aktionszins von 2,1 Prozent pro Jahr bis zum 30. November 2026. Dieser Vorteil ist interessant, sollte aber nicht der Hauptgrund für die Kreditkarte sein. Guthabenzinsen können sich ändern und sind gegenüber Meilenschutz, Versicherungen und Sammelrate eher ein Zusatzargument.
Die größten Nachteile der Miles & More Kreditkarten
So attraktiv die Miles & More Kreditkarten für Meilensammler sein können, sie haben auch klare Schwächen. Besonders bei Zahlungen im Ausland, Bargeldabhebungen und der Bewertung der Umsatzmeilen sollten Nutzer genau hinsehen.
1. Schwache Gebührenstruktur im Ausland
Die Miles & More Kreditkarten sind keine idealen Reisekreditkarten für Zahlungen außerhalb der Eurozone. Zahlungen in Euro sind kostenlos, für sonstige Verfügungen fällt jedoch ein Auslandseinsatzentgelt von 1,95 Prozent an. Bei Bargeldabhebungen am Geldautomaten berechnet die Deutsche Bank grundsätzlich 2 Prozent des Umsatzes, mindestens 5 Euro. Erfolgt die Abhebung außerhalb der EU beziehungsweise des EWR oder in einer Fremdwährung, kommen zusätzlich 1,95 Prozent Auslandseinsatzentgelt hinzu.
Bei der Miles & More Gold Kreditkarte sowie den Statuskarten entfällt das Transaktionsentgelt von 2 Prozent, mindestens 5 Euro, für die ersten zwei Bargeldabhebungen pro Kalenderjahr an Geldautomaten außerhalb Deutschlands. Bei Abhebungen in Fremdwährung fällt das Auslandseinsatzentgelt von 1,95 Prozent aber weiterhin an. Zusätzlich können Geldautomatenbetreiber eigene Entgelte erheben, die von der Deutschen Bank nicht erstattet werden.
Ein Beispiel: Wer mit der Miles & More Blue Kreditkarte in den USA 500 Euro Gegenwert am Geldautomaten abhebt, zahlt an die Deutsche Bank 10 Euro Abhebegebühr sowie 9,75 Euro Auslandseinsatzentgelt. Insgesamt entstehen damit 19,75 Euro Gebühren, mögliche Automatenbetreiberentgelte noch nicht eingerechnet. Bei der Gold Kreditkarte würde bei einer der ersten zwei Auslandsabhebungen des Kalenderjahres die Abhebegebühr von 10 Euro entfallen, das Auslandseinsatzentgelt von 9,75 Euro aber weiterhin anfallen.
2. Meilen allein reichen selten zur Rechtfertigung der Jahresgebühr
Viele Nutzer überschätzen den Wert der Umsatzmeilen. Bei den privaten Karten bringen 10.000 Euro Jahresumsatz nur 5.000 Meilen. Selbst bei einem guten angenommenen Gegenwert von 1,5 Cent je Meile entspricht das nur 75 Euro. Die Gold Kreditkarte kostet aber 138 Euro pro Jahr.
Die Karte lohnt sich daher erst, wenn weitere Vorteile hinzukommen: Meilenschutz, Versicherungen, Willkommensbonus oder Partnerleistungen. Wer nur wegen der Umsatzmeilen eine Kreditkarte sucht, sollte auch Payback, American Express Membership Rewards und andere Sammelstrategien prüfen.
3. MyFlex Kreditkarte und Teilzahlung können teuer werden
Die MyFlex Kreditkarte ist kostenlos, aber sie basiert auf flexibler Rückzahlung. Wer offene Beträge nicht vollständig ausgleicht, zahlt Zinsen. Das ist aus Meilensicht fast immer unattraktiv. Der Wert der gesammelten Meilen liegt deutlich unter den möglichen Zinskosten.
4. Versicherungen gelten nicht immer automatisch
Das Versicherungspaket der Gold Kreditkarte klingt stark, sollte aber genau geprüft werden. Je nach Leistung kann es Voraussetzungen geben, etwa den Einsatz der Kreditkarte für die Reisebuchung. Außerdem gelten Höchstbeträge, Ausschlüsse und teilweise Selbstbeteiligungen. Wer die Karte vor allem wegen der Versicherungen beantragt, sollte die Versicherungsbedingungen vorab lesen und mit einer separat abgeschlossenen Reiseversicherung vergleichen.
5. Keine echten Airline-Statusvorteile
Die Miles & More Gold Kreditkarte ersetzt keinen Vielfliegerstatus. Sie bringt keine Loungezugänge, keine bevorzugte Gepäckbehandlung, kein Priority Boarding und keine zusätzlichen Statusprivilegien auf Lufthansa Group Flügen. Sie ist eine Meilen- und Kreditkarte, keine Statuskarte.
Rechenbeispiele: Ab wann lohnt sich welche Miles & More Kreditkarte?
Der Wert einer Miles & More Kreditkarte hängt stark davon ab, welchen Gegenwert ihr aus euren Meilen erzielt. Wer Meilen für Sachprämien oder MilesPay nutzt, erzielt nur einen Gegenwert von etwa 0,3 bis 0,5 Cent pro Meile. Wer Meilen für Business Class oder First Class Prämienflüge einlöst, kann dagegen mit etwa 1 bis 2 Cent kalkulieren (Was sind Miles & More Meilen wert?).
Break-even der Miles & More Blue Kreditkarte
Die Blue Kreditkarte kostet 66 Euro pro Jahr. Um diese Jahresgebühr rein rechnerisch über den Meilenwert auszugleichen, benötigt ihr folgenden Umsatz:
- Meilenwert = 1 Cent → 13.200 Euro Umsatz
- Meilenwert = 1,5 Cent → 8.800 Euro Umsatz
- Meilenwert = 2 Cent → 6.600 Euro Umsatz
Die Blue Kreditkarte lohnt sich also nur selten allein durch neu gesammelte Umsatzmeilen. Sie lohnt sich vor allem, wenn sie zusätzlich bestehende Meilen vor dem Verfall schützt. Wer beispielsweise 30.000 Miles & More Meilen vor dem Verfall bewahrt, kann die Jahresgebühr deutlich leichter rechtfertigen.
Break-even der Miles & More Gold Kreditkarte
Die Gold Kreditkarte kostet 138 Euro pro Jahr. Rein über Umsatzmeilen müsste folgender Umsatz erzielt werden, um die Jahresgebühr auszugleichen:
- Meilenwert = 1 Cent → 27.600 Euro Umsatz
- Meilenwert = 1,5 Cent → 18.400 Euro Umsatz
- Meilenwert = 2 Cent → 13.800 Euro Umsatz
Auch hier gilt: Die Umsatzmeilen allein sind nicht der entscheidende Punkt. Die Gold Kreditkarte lohnt sich meist nur, wenn mindestens einer der Zusatzvorteile real genutzt wird. Besonders stark ist die Kombination aus Meilenschutz, Reiseversicherungen und Willkommensbonus im ersten Jahr.
Break-even der Business-Karten
Bei den Business-Karten sieht die Rechnung deutlich besser aus, weil 1 Meile je 1 Euro Umsatz gesammelt wird. Eine Miles & More Blue Kreditkarte Business für 66 Euro pro Jahr kann sich bei einem angenommenen Meilenwert von 1,5 Cent bereits ab 4.400 Euro Jahresumsatz rechnerisch amortisieren. Bei der Miles & More Gold Kreditkarte Business liegt der Break-even bei 9.200 Euro Jahresumsatz. Für Selbstständige mit hohen geschäftlichen Ausgaben sind die Business-Karten daher oft die beste Wahl innerhalb des Miles & More Kreditkartenportfolios.
Gold Kreditkarte oder Blue Kreditkarte: Welche Karte ist besser?
Die Entscheidung zwischen Gold Kreditkarte und Blue Kreditkarte ist die wichtigste Frage für die meisten Nutzer. Beide Karten schützen Meilen vor dem Verfall und sammeln 1 Meile je 2 Euro Umsatz. Der Unterschied liegt im Preis und im Leistungspaket.
- Geht es nur um Meilenschutz? → Blue Kreditkarte
- Werden Reiseversicherungen regelmäßig genutzt? → Gold Kreditkarte
- Werden Mietwagen gebucht? → Gold Kreditkarte
- Ist der Jahresumsatz niedrig? → Blue Kreditkarte
- Ist der Willkommensbonus entscheidend? → Gold Kreditkarte
- Sind Auslandsgebühren wichtig? → Andere Reisekreditkarte prüfen
- Ist bereits ein Miles & More Status vorhanden? → Statuskarte prüfen
Die Blue Kreditkarte ist die rationale Wahl für Meilenschutz. Die Gold Kreditkarte ist die bessere Wahl, wenn ihr den Mehrpreis von 72 Euro pro Jahr durch Versicherungen, Partnerleistungen oder den höheren Willkommensbonus rechtfertigen könnt.
Ist die Miles & More MyFlex Kreditkarte eine gute kostenlose Alternative?
Die MyFlex Kreditkarte ist dann eine gute kostenlose Alternative, wenn sie wie eine Charge Card genutzt wird: Umsätze tätigen, Meilen sammeln, Abrechnung manuell vollständig ausgleichen. Nur wer diese Disziplin mitbringt, erhält eine kostenlose Möglichkeit, Miles & More Meilen über Umsätze zu sammeln.
Alternativen zur Miles & More Kreditkarte
Die wichtigste Frage lautet nicht nur, welche Miles & More Kreditkarte sich lohnt, sondern auch, ob ihr überhaupt eine klassische Miles & More Kreditkarte braucht. Je nach Ziel können andere Karten attraktiver sein.
Payback American Express Kreditkarte
Die Payback American Express Kreditkarte ist dauerhaft ohne Jahresgebühr und sammelt Payback Punkte, die sich im Verhältnis 1:1 in Miles & More Meilen umwandeln lassen. Damit ist sie eine der besten kostenlosen Optionen zum indirekten Sammeln von Miles & More Meilen.
- Aktion: 3.000 Payback Punkte Willkommensbonus (bis 23.08.2026) – 500 Euro Mindestumsatz erforderlich
- Aktion: +400 Payback Punkte für den Abschluss der 1. kostenlosen Zusatzkarte (bis 31.07.2026)
- Payback Punkte im Verhältnis 1 zu 1 in Miles & More Meilen umwandelbar
- 1 Payback Punkt je 3 Euro Umsatz sammeln
- Amex Offers mit regelmäßigen Rabatten und Aktionen
- Jahresgebühr: 0 Euro (dauerhaft kostenlos)
- Kostenlose Zusatzkarte
Der Nachteil: Die Sammelrate ist niedriger als bei der Miles & More Kreditkarte, denn es gibt regulär 1 Payback Punkt je 3 Euro Umsatz. Außerdem wird American Express nicht überall akzeptiert. Dafür fallen keine Jahresgebühren an, was die Karte als Ergänzung sehr attraktiv macht. Der in unregelmäßigen Abständen angebotene Transferbonus bei der Umwandlung von Payback Punkten in Miles & More Meilen kann die effektive Sammelrate je nach Aktionshöhe auf mehr als 0,33 Meilen je 1 Euro Umsatz erhöhen.
Eurowings Kreditkarte Premium
Die Eurowings Kreditkarte Premium ist vor allem für Reisende interessant, die Miles & More Meilen sammeln und gleichzeitig eine bessere Gebührenstruktur im Ausland möchten. Sie sammelt ebenfalls 1 Meile je 2 Euro Umsatz, bietet aber kein Auslandseinsatzentgelt weltweit und keine Bargeldabhebungsgebühr im Ausland.
Zusätzlich gibt es Eurowings-spezifische Vorteile wie Fastlane-Nutzung, Sitzplatzreservierung, Sportgepäck und ein Versicherungspaket. Die Karte lohnt sich besonders für Nutzer, die regelmäßig mit Eurowings fliegen oder häufig in Fremdwährungen zahlen.
- Aktion: 10.000 Miles & More Meilen Willkommensbonus (bis 31.08.2026)
- Halbe Jahresgebühr im 1. Jahr (49,50 Euro)
- Kostenfreie Sitzplatzreservierung bei Eurowings Flügen für Karteninhaber + Begleitung
- Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung
- Auslandskrankenversicherung und Mietwagen-Vollkaskoversicherung
- 1 Miles & More Meile pro 2 Euro Umsatz sammeln
- Keine Gebühren für den Auslandskarteneinsatz
- Keine Bargeldabhebungsgebühr außerhalb Deutschlands
- Fast Lane Nutzung an über 20 europäischen Flughäfen
- Priority Check-In und kostenloses Extra-Gepäck
Der größte Nachteil im Vergleich zur Miles & More Gold Kreditkarte oder Blue Kreditkarte: Sie bietet keinen Meilenschutz.
American Express Gold Card und American Express Platinum Card
American Express Kreditkarten mit Membership Rewards Punkten sind keine direkten Miles & More Kreditkarten. Membership Rewards Punkte lassen sich aber über Payback indirekt in Miles & More Meilen umwandeln. Dabei ergibt sich rechnerisch ein Verhältnis von 3 Membership Rewards Punkten zu 1 Miles & More Meile. Mit aktiviertem Membership Rewards Turbo lässt sich die effektive Sammelrate auf 0,5 Meilen je 1 Euro Umsatz anheben. Sie entspricht damit der Sammelrate der privaten Miles & More Kreditkarten. Dabei sei erwähnt, dass andere Transfpartner noch deutlich bessere Transferverhältnisse ergeben.
Wie man mit den American Express Kreditkarten Miles & More Meilen sammeln kann
Welche Miles & More Kreditkarte lohnt sich? – Fazit
Die Miles & More Gold Kreditkarte ist die beste Wahl für Nutzer ohne Vielfliegerstatus, die Meilen vor dem Verfall schützen, Reiseversicherungen nutzen und ein möglichst komplettes Leistungspaket möchten. Die Miles & More Blue Kreditkarte ist die rationalere Wahl, wenn es vor allem um günstigen Meilenschutz geht. Die MyFlex Kreditkarte ist nur dann empfehlenswert, wenn die Abrechnung manuell vollständig ausgeglichen wird und kein Meilenschutz benötigt wird. Wer kostenlos und unkompliziert sammeln möchte, nutzt die Payback American Express Kreditkarte. Wem das Vermeiden von Fremdwährungsgebühren wichtig ist, setzt auf die Eurowings Kreditkarte Premium. Für Selbstständige sind die Business-Karten besonders attraktiv, da sie 1 Meile je 1 Euro Umsatz sammeln.





