Wingview Lufthansa Flugzeug Airbus A350 Groenland
26. April 2026 Florian 17 Highlights, News, Newsletter, Portraits, Sonstiges

100 Jahre Lufthansa – Warum der Kranich fasziniert und Fans kritischer werden

2026 feiert Lufthansa ihr 100-jähriges Jubiläum – und kaum eine Airline im deutschsprachigen Raum ist emotional so aufgeladen wie der Kranich. Für viele steht Lufthansa für Fernreisen, Boeing 747 und Miles & More, heute aber auch für dynamische Meilenpreise, hohe Zuschläge und immer kleinteiligere Tarife. Genau deshalb ist dieses Jubiläumsjahr mehr als Nostalgie: Es zeigt, wofür Lufthansa früher stand – und woran die Airline heute gemessen wird.

Meine Lufthansa – Warum der Kranich mehr ist als nur eine Airline

Ich bin Lufthansa-Fan. Nicht, weil immer alles perfekt war. Sondern weil der Kranich für mich bis heute ein ganz bestimmtes Gefühl auslöst. Meine Lufthansa begann nicht mit Business Class, Senator Lounges oder einem Status. Sie begann in den frühen 2000er-Jahren am Flughafen Stuttgart. Wir Kinder wurden damals mehrmals dem Lufthansa-Personal anvertraut, um betreut nach Berlin-Tegel zu fliegen. Ich erinnere mich an die Lufthansa Boeing 737, an TXL und an dieses besondere Gefühl von Aufbruch, wenn man als Kind unterwegs ist und sich trotzdem sicher fühlt. Vielleicht liegt genau darin bis heute die emotionale Stärke der Marke Lufthansa. Nicht in Luxus oder Exklusivität, sondern in Vertrauen. In dem Gefühl, dass alles geordnet ist, dass es funktioniert und dass da jemand weiß, was er tut.

Zeitgleich begann ein zweiter Teil meiner Lufthansa-Geschichte: das Meilensammeln. Damals noch als JetFriends-Mitglied. Lange bevor ich mich mit Sweetspots, Abflugorten und Kreditkarten beschäftigt habe, war da zuerst einfach nur diese Faszination, dass Fliegen mehr sein kann als Transport. Dass aus einem Flug auch Vorfreude, Ritual und Sammelleidenschaft werden können. Rückblickend erklärt das wahrscheinlich besser als alles andere, warum mich das Thema bis heute nicht mehr losgelassen hat.

Lohnt sich der Miles & More Senator Status? Meine Erfahrung nach 10 Jahren

Es gibt Airlines, die man einfach bucht. Und es gibt Airlines, zu denen man eine Beziehung aufbaut. Der Kranich ist für mich mehr als ein Logo auf dem Leitwerk. Er ist ein Versprechen und ein vertrautes Bild. Vielleicht ist genau das der Grund, warum Lufthansa bis heute so stark polarisiert. Wer die Airline nur als Transportmittel betrachtet, nimmt Produktentwertungen zur Kenntnis, ärgert sich kurz und geht weiter. Wer mit dem Kranich Erinnerungen verbindet, empfindet viele dieser Veränderungen als echten Verlust.

Was Lufthansa im Jahr 2026 eigentlich feiert

Die erste Deutsche Luft Hansa AG entstand am 6. Januar 1926 aus der Fusion von Deutscher Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr. Der erste Linienflug der damaligen Luft Hansa startete am 6. April 1926 von Berlin-Tempelhof nach Zürich-Dübendorf. Die heutige Lufthansa ist jedoch nicht die direkte rechtliche Nachfolgerin dieses Unternehmens. Die Grundlage der heutigen Airline wurde 1953 mit der Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf gelegt, 1954 übernahm sie den traditionsreichen Namen Deutsche Lufthansa AG und am 1. April 1955 nahm die “zweite Lufthansa” den Linienbetrieb wieder auf. Genau diese Doppelperspektive macht das Jubiläum so spannend. Es geht zugleich um Tradition, Bruch und Neuanfang.

Miles And More Lufthansa Frankfurt Airport Jubilaeum Aktion
© Lufthansa Group

Wer Lufthansa nostalgisch betrachtet, darf vor allem die Brüche nicht ausblenden. Zur Wahrheit dieses Jubiläums gehört auch das dunkelste Kapitel der Unternehmensgeschichte. Lufthansa schreibt selbst, dass die erste Lufthansa zwischen 1933 und 1945 Teil des nationalsozialistischen Systems und dessen Kriegswirtschaft wurde, Piloten für die Luftwaffe ausbildete und ab 1940 in großer Zahl Zwangsarbeiter in ihren Werkstätten einsetzte. Dass Lufthansa dieses Kapitel im Jubiläumsjahr ausdrücklich nicht ausspart, ist wichtig – denn eine ernstzunehmende Erinnerungskultur macht eine Marke nicht schwächer, sondern glaubwürdiger.

Lufthansa Junkers Ju 52 Berlin Tempelhof Copyright
Zerstörte Junkers Ju 52 nach Kriegsende auf dem Flughafen Berlin Tempelhof © Lufthansa Group

Mehr Informationen zur ersten Lufthansa in der Zeit des Nationalsozialismus findet ihr hier auf der Lufthansa Group Webseite.

Der Kranich als Symbol der deutschen Luftfahrt

Der emotionale Kern der Marke – der Kranich – ist älter als die Lufthansa selbst. Schon 1918 entwarf der Architekt und Grafiker Otto Firle den stilisierten Vogel für die Deutsche Luft-Reederei. 1923 wechselte der Kranich zur Deutschen Aero Lloyd und 1926 wurde er schließlich zum Erkennungszeichen der ersten Lufthansa. Zugleich übernahm die neue Airline die Farben Blau und Gelb von Junkers – ein Farbpaar, das bis heute mit Lufthansa verbunden wird.

Lufthansa Kranich 1954 Copyright
Lufthansa Flagge © Lufthansa Group

Das ist weit mehr als Markenfolklore. Kaum ein anderes Airline-Logo transportiert so viel Wiedererkennung, Geschichte und Aufbruch in einem einzigen Zeichen. Lufthansa selbst beschreibt den Kranich als Markensymbol, das trotz vieler Weiterentwicklungen im Kern immer gleich geblieben ist und heute eines der ältesten durchgängig genutzten Markensymbole der Luftfahrt ist. Genau das spürt man auch als Passagier. Es gibt modernere Marken, schrillere Marken, luxuriösere Marken. Aber nur wenige Airlines haben ein Symbol, das sich so tief ins kollektive Reisegedächtnis eingebrannt hat.

Wie Lufthansa das Bild vom Fliegen geprägt hat

Spannend ist auch, wie Lufthansa ihr Jubiläum kommunikativ auflädt. Die Jubiläumskampagne zeigt sehr deutlich, dass hier nicht nur ein Unternehmen Geburtstag feiert, sondern ein ganzes Jahrhundert Marken-, Werbe- und Reisegeschichte. Lufthansa selbst nennt Werbung einen Spiegel des jeweiligen Zeitgeists. Die frühen Plakate der 1920er- und 1930er-Jahre arbeiteten mit klaren Versprechen wie “Es wird geflogen … bei jedem Wetter, regelmäßig und angenehm”. Spätere Kampagnen rückten Service, Sicherheit, Humor, Sehnsucht und schließlich die Individualisierung des Reisens in den Mittelpunkt. Das ist deshalb relevant, weil Lufthansa über Jahrzehnte nicht nur Flugtickets verkauft hat, sondern ein Bild vom Fliegen.

Lufthansa Poster Copyright
Werbekampagnen © Lufthansa Group

Hinweis: Wer tiefer in 100 Jahre Lufthansa eintauchen möchte, dem kann ich die Jubiläumsseite von Lufthansa sehr empfehlen. Viele der historischen Fakten in diesem Artikel basieren auf den Materialien, die Lufthansa hier auf der Lufthansa Jubiläumsseite und hier im Lufthansa Jubiläumsmagazin veröffentlicht hat.

Lufthansa-Momente, die eine Generation geprägt haben

Lufthansa ist auch deshalb so tief im Kopf vieler Vielflieger verankert, weil die Airline an mehreren Schlüsselstellen der Luftfahrtgeschichte eine Hauptrolle gespielt hat. Der historische Lufthansa Senator Service war das exklusive Premiumprodukt der Airline auf den Nordatlantikflügen der späten 1950er- und 1960er-Jahre. Lufthansa bot damals auf der Lockheed Super Star unter anderem Sleeper-Sitze und besonders aufwendiges Catering. Wie viel Inszenierung früher einmal zum Fliegen gehörte, zeigt ein historisches Lufthansa-Motiv besonders anschaulich: Im Senator Service wurde offenbar sogar Bier frisch aus dem Fass gezapft.

Lufthansa Senator Service Copyright
Senator Klasse © Lufthansa

Schon gewusst? Ein Hin- und Rückflug von Frankfurt nach New York kostete 1955 in der Economy Class 2.483 D-Mark – fast ein halbes Auto, weil ein VW Käfer damals rund 5.000 D-Mark kostete.

Lockheed L 1649a Super Star Lufthansa Copyright
Lockheed Super Constellation L‑1649A © Lufthansa Group

1960 begann mit der Boeing 707 auf der Nordatlantikroute für Lufthansa das Jet-Zeitalter. 1968 brachte Lufthansa als weltweiter Erstkunde die Boeing 737 in den Liniendienst. 1970 begann auf der Strecke Frankfurt–New York mit der Boeing 747 das Jumbo-Zeitalter – inklusive Bordkino und Lounge auf dem Oberdeck.

Schon gewusst? Am 23. Juli 1965 kam auf Flug LH404 von Frankfurt nach New York mit Barbara Lufthansa Herzog die erste Geburt an Bord eines Lufthansa-Flugs vor.

Lufthansa Boeing 707 Luftaufnahme Copyright
Boeing 707 © Lufthansa Group

1993 startete Miles & More, 1997 war Lufthansa Gründungsmitglied der Star Alliance und 2022 begann mit Allegris die größte Produktkampagne der Unternehmensgeschichte. 2025 war das Produkt dann auf immer mehr Allegris Strecken tatsächlich erlebbar (und mit Meilen buchbar). Die Geschichte des Kranichs ist deshalb nicht nur nostalgisch, sondern auch eine Geschichte permanenter Neuerfindung.

Schon gewusst? Das Lufthansa-Flugnummernsystem existiert seit 1955. Die erste Ziffer steht für die Zielregion, gerade Nummern danach deuten auf einen Abflug aus Deutschland hin, ungerade auf einen Flug nach Deutschland.

Star Alliance Gründung Fluglinien
Gründungsmitglieder der Star Alliance © Star Alliance

Gerade für uns als Meilensammler ist 1993 ein Schlüsselmoment. Mit Miles & More wurde Lufthansa für eine ganze Generation zur Airline, mit der man das Meilensammeln überhaupt erst gelernt hat. Upgrades, Freiflüge, Loungezugang, Status, Companion Award – vieles von dem, was für Vielflieger heute selbstverständlich wirkt, wurde im deutschsprachigen Raum stark über Lufthansa kommuniziert.

In meinem Fall begann das eben schon sehr früh. Nicht analytisch, sondern emotional. Nicht mit Excel-Tabellen, sondern mit einem Sammelprogramm für Kinder und der Idee, dass aus Bordkarten irgendwann einmal echte Abenteuer werden. Wer mit Lufthansa groß geworden ist, erinnert sich nicht nur an Fluggeräte, sondern an Lebensphasen: an Tegel, an erste Langstrecken, an die erste eigene blaue Miles & More Karte, an Papierbordkarten, an Bordmagazine – und an das Gefühl, dass eine Reise bereits mit der Flugrecherche begonnen hat.

Die Geschichte und Zukunft der Vielfliegerprogramme

Lufthansa 2026 – Nostalgie trifft Realität

So stimmungsvoll Lufthansa ihr Jubiläum auch inszeniert – 2026 ist eben nicht nur ein Jahr der Rückschau, sondern auch ein Jahr voller Widersprüche. Einerseits schickt Lufthansa ausgewählte Flugzeuge als fliegende Jubiläumsbotschafter auf die Strecke. Das ist natürlich Marketing – aber eben gutes Marketing, weil es genau den Nerv jener trifft, die Luftfahrt nicht nur als Transport, sondern als Faszination verstehen.

Andererseits zeigt der operative Alltag eine ganz andere Lufthansa. Am 15. April 2026 eröffnete die Lufthansa Group in Frankfurt mit Hangar One (Link) ihr neues Besucher- und Konferenzzentrum, in dem eine Junkers Ju 52 und eine Lockheed Super Star dauerhaft ausgestellt werden. Praktisch zeitgleich wurde aber auch sichtbar, wie stark der Konzern aktuell unter Druck steht. Die Pilotenvereinigung Cockpit kündigte Streiks für Lufthansa und Lufthansa CityLine an und nur einen Tag nach der Eröffnung von Hangar One beschloss der Konzern ein beschleunigtes Maßnahmenpaket wegen gestiegener Kerosinkosten und zusätzlicher Belastungen aus Arbeitskämpfen. Dazu gehören die sofortige und dauerhafte Einstellung der Lufthansa CityLine, die Ausflottung der letzten vier Airbus A340-600 sowie das Grounding von zwei Boeing 747-400 ab Oktober 2026.

Wie stark die Auswirkungen der Streiks auch für loyale Kunden spürbar waren, zeigte im Anschluss eine Kulanzmaßnahme von Miles & More. Miles & More vergab nach den Lufthansa-Streiks im April 2026 offenbar nur an einen Teil der Statusinhaber eine Kulanzgutschrift von Points, Qualifying Points und HON Circle Points.

Kaum etwas beschreibt Lufthansa im Jubiläumsjahr besser als dieses Nebeneinander. Hier Lufthansa-Jubiläumsflüge, Hangar One und sorgfältig kuratierte Markengeschichte – dort Kostendruck und die nüchterne Realität eines Konzerns im permanenten Umbau. Gerade CityLine ist für mich dabei mehr als nur ein betrieblicher Unterpunkt. Anfang April 2026 konnte ich noch einen letzten Flug von Stuttgart nach München mitnehmen. Solche Flüge wirken im Rückblick oft größer, als sie in diesem Moment erscheinen. Man merkt häufig erst beim Abschied, wie sehr auch kleinere Markenbausteine zum Lufthansa-Gefühl dazugehört haben.

Lufthansa Cityline Bombardier Crj900

Warum ausgerechnet Lufthansa-Fans heute kritischer sind

Gerade weil Lufthansa über Jahrzehnte für Verlässlichkeit, Qualität und ein klares Premiumversprechen stand, treffen Veränderungen viele treue Passagiere heute besonders stark. Entwertungen bei Miles & More, technische Schwächen, immer kleinteiligere Tarifbausteine und die schleichende Aushöhlung ehemals flexibler Tarife wirken beim Kranich eben anders als bei einer Low-Cost-Airline. Bei Lufthansa geht es für viele nicht nur um einen Flug, sondern um eine Erwartung, die über Jahre gewachsen ist. Bei einer Low-Cost-Airline erwartet kaum jemand Romantik. Beim Kranich dagegen schon. Und genau deshalb wiegen Enttäuschungen hier schwerer.

Diese Entwicklung zeigt sich derzeit an mehreren Stellen besonders deutlich. Miles & More ist deutlich weniger planbar geworden, weil die Meilenwerte bei den wichtigsten Airlines der Lufthansa Group inzwischen dynamisch sind. Gleichzeitig treibt der neue Economy Basic-Tarif die Entbündelung weiter voran. Gerade am langsamen und teils uneinheitlichen Allegris-Rollout zeigt sich, wie groß die Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung noch ist. Auf den Boeing 787-9 war über Monate hinweg nur ein Bruchteil der Allegris Business Class Sitze freigegeben. Das alles sind für sich genommen vielleicht nur einzelne Maßnahmen. In der Summe vermitteln sie vielen Passagieren aber das Gefühl, dass Lufthansa komplizierter, kleinteiliger und weniger großzügig geworden ist.

Das Problem ist nicht, dass Lufthansa Geld verdienen will. Das Problem ist, wenn aus einem Premiumversprechen ein Baukastensystem wird. Früher stand Business Class für viele noch für Klarheit, Großzügigkeit und Verlässlichkeit. Heute muss man oft zuerst prüfen, was der gebuchte Tarif davon überhaupt noch übrig lässt. Genau deshalb werden Entwicklungen bei Lufthansa so intensiv diskutiert. Nicht, weil der Kranich egal geworden wäre, sondern weil er es eben nicht ist.

Die Miles & More Tarife für Prämienflüge erklärt

Warum Lufthansa trotzdem relevant bleibt

Und trotzdem wäre es zu einfach, Lufthansa nur als Enttäuschungsgeschichte zu erzählen. Gerade 2026 zeigt, warum Lufthansa trotz aller Kritik die zentrale Referenz im deutschsprachigen Markt bleibt. Die Lufthansa Group zählt heute rund 110.000 Mitarbeitende, 14 Airlines, sechs Hubs und fünf Heimatmärkte. Dazu kommt ein Vielflieger-Ökosystem, das zuletzt mit ITA Airways sogar noch größer geworden ist. Miles & More spricht inzwischen von 39 Millionen Mitgliedern. Lufthansa ist damit für viele nicht einfach nur eine Airline, sondern ein ganzes Reise-Ökosystem.

Am 23. April 2026 hob der erste Lufthansa Airbus A380 mit neuer Business Class ab – alle acht Airbus A380 sollen bis Mitte 2027 umgerüstet werden. Hinzu kommt Starlink, das ab dem zweiten Halbjahr 2026 schrittweise eingeführt werden soll. Lufthansa investiert also weiterhin in Produkt und Netzwerk – auch wenn die Umsetzung neuer Produkte nicht immer so schnell und konsistent verläuft, wie viele Vielflieger es sich wünschen würden.

Der günstigste Abflugort für Lufthansa Business Class Prämienflüge in Europa

Ein Punkt, der in Diskussionen über Meilen und Tarife leicht untergeht, ist die Sicherheit – wahrscheinlich gerade deshalb, weil sie im besten Fall unsichtbar bleibt. Dabei steht Lufthansa seit Jahrzehnten auch für Professionalität, Technikkompetenz und hohe Sicherheitsstandards. Mit Lufthansa Technik steht zudem ein Bereich hinter dem Konzern, der weit über die eigene Flotte hinaus eine wichtige Rolle spielt.

Vielleicht ist genau das eine der stillen Stärken des Kranichs: Ein Lufthansa-Flug wirkt oft unspektakulär, weil im Hintergrund viel Erfahrung, Routine und Sorgfalt zusammenkommen. Es sind Cockpit, Kabine, Technik, Flugbetrieb und Bodenpersonal, die aus Abläufen im Hintergrund erst das machen, was Reisende am Ende erleben. Gerade deshalb ist das Jubiläum auch ein guter Moment, den Blick auf die Menschen hinter dem Kranich zu richten. 100 Jahre Lufthansa sind nicht nur ein Jubiläum von Flugzeugen, Markenauftritten und Streckennetzen, sondern auch von den Menschen, die diese Airline über Jahrzehnte geprägt und getragen haben.

Über die Jahre habe ich viele Mitarbeitende der Lufthansa Group kennengelernt: Flugbegleiter, Pilotinnen und Piloten, Menschen aus der Technik oder aus ganz anderen Bereichen. Manche Begegnungen fanden an Bord statt, andere weit weg vom Flughafenalltag. Gerade in solchen Momenten merkt man, dass das Eigentliche an Lufthansa nicht nur das Produkt ist, sondern die Menschen dahinter. Sie prägen, wie sich diese Airline anfühlt – im Guten wie im Schwierigen.

Lufthansa Hinter Jedem Zweiten Sitz Steht Bei Lufthansa Ein Techniker Werbung Copyright
Werbekampagne © Lufthansa Group

Was Lufthansa im zweiten Jahrhundert liefern muss

Wenn Lufthansa ihr zweites Jahrhundert erfolgreich gestalten will, reicht es nicht, nur effizienter, digitaler und nachhaltiger zu werden. Das gehört selbstverständlich dazu. Entscheidend wird aber etwas anderes sein: dass Lufthansa wieder klarer, schneller und konsistenter wird. Der Markt wartet nicht auf Lufthansa.

Der Wettbewerb ist global, der Innovationsdruck hoch und mit Airlines wie Qatar Airways, Cathay Pacific oder Singapore Airlines gibt es längst Anbieter, die im Premiumsegment immer wieder neue Maßstäbe setzen. Lufthansa muss diese Airlines nicht kopieren. Aber sie muss genau dort konsequenter werden, wo ihre eigenen Stärken liegen: beim Netzwerk, bei der Relevanz im Heimatmarkt, bei Miles & More, bei Technikkompetenz, bei Sicherheit und bei einem Premiumprodukt, das nicht nur angekündigt, sondern auch zuverlässig geliefert wird. Gerade daran wird Lufthansa in den kommenden Jahren gemessen werden. Am Ende ist ein gutes, breit verfügbares und zügig ausgerolltes Business Class Produkt oft wertvoller als eine besonders komplexe Innovation, die so lange auf sich warten lässt, dass sie bei der breiten Einführung schon wieder an Wettbewerbsfähigkeit verloren hat.

Gleichzeitig muss Lufthansa aufpassen, dass das eigene Markenbild nicht zu weit vom Alltagserlebnis abrückt. Jubiläumsflotte, Sonderlackierungen und historische Kampagnen funktionieren, weil sie echte Emotionen ansprechen. Gerade deshalb fällt es umso stärker auf, wenn der Alltag gleichzeitig von Zuschlägen, entbündelten Tarifen, Produktkomplexität und einem nicht immer konsistenten Kundenerlebnis geprägt ist. Vielleicht ist genau das die eigentliche Aufgabe des zweiten Jahrhunderts: nicht nur den Kranich zu feiern, sondern ihn im Produkt und im Reiseerlebnis wieder stärker spürbar zu machen.

Review: Lufthansa Allegris Business Class Airbus A350 von München nach San Francisco (inkl. Blick in die Allegris First Class)

100 Jahre Lufthansa – Eine Liebeserklärung mit Kratzern

100 Jahre Lufthansa stehen für Pioniergeist, Fortschritt, Designgeschichte, starke Markenbilder und viele persönliche Erinnerungen – aber auch für Brüche, Widersprüche und wachsende Kritik. Gerade deshalb ist die Erwartung hoch, dass der Kranich im zweiten Jahrhundert wieder klarer und verlässlicher wird. Für mich bleibt Lufthansa jedoch die prägende Airline im deutschsprachigen Markt. Vielleicht ist genau das die beste Art, diesen Geburtstag zu betrachten: nicht als reine PR-Feier und auch nicht als Abrechnung, sondern als persönliche Bilanz. Man kann den Kranich lieben und ihn trotzdem kritisieren. Eigentlich ist das sogar die ehrlichste Form von Loyalität.

Welche Lufthansa-Momente sind euch besonders in Erinnerung geblieben? Was bedeutet Lufthansa für euch heute noch? Hinterlasst gerne einen Kommentar!

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